Das Orthopädische Lexikon

Hier finden Sie Informationen zu orthopädischen und unfallchirurgischen Erkrankungen und Verletzungen, möglichen Behandlungsmethoden und ärztlichen Spezialisierungen. Über den Reiter Körperteile können Sie die verschiedenen Lexikonbereiche auch gezielt zum Beispiel nach Rücken-, Knie- oder Schulterthemen durchsuchen.

Gelenkverschleiß im Akromioklavikulargelenk (ACG). Das ACG ist die gelenkige Verbindung zwischen Schulterhöhe und seitlichem Schlüsselbein. Als Kugelgelenk ist es an der Hebung und Senkung, dem Vor- und Zurückschieben sowie dem Kreisen der Schulter beteiligt. Eine ACG-Arthrose geht mit Bewegungsschmerzen und lokalem Druckschmerz über dem Gelenk einher. Abzugrenzen ist das Impingement.

Ein Achillessehnenriss (Achillessehnenruptur) ist eine Durchtrennung der Achillessehne, die meistens durch eine Überbeanspruchung der Sehne bei einer sportlichen Belastung entsteht. Das Auftreten eines Risses ist mit einem charakteristischen Knall verbunden und trifft typischerweise Menschen zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr.

Während es im Kindesalter völlig normal ist, vorübergehend eine Achsfehlstellung an den Beinen zu haben, ist die Beinachse bei Erwachsenen normalerweise so ausgebildet, dass eine optimale Belastungsverteilung auf das Kniegelenk gewährleistet ist. Ein O-Bein (Genu varum) oder ein X-Bein (Genu valgum) kann, je nach Ausprägung, aufgrund der asymmetrischen Kniegelenksbelastung zu einem erhöhten Verschleiß (Kniearthrose) führen.

Bewegungseinschränkung bishin zur Einsteifung eines Gelenkes durch Wucherung von Bindegewebe. Häufigste Ursachen sind stattgehabte Unfälle oder Operationen, in deren Folge es zur Verdickung der Gelenkkapsel oder der Ausbildung von Narbenzügen kommt. Dies kann bis zu einer Verklebung der Gelenkflächen mit resultierender Gelenkversteifung führen. Häufigste Lokalisation ist das Kniegelenk.

Arthrose ist eine degenerative Erkrankung der Gelenke, die zu einem zunehmenden Abbau des Knorpels und zur Schädigung des gelenknahen Knochens und der Gelenkkapsel führt. In der Folge kommt es zu belastungsabhängigen Schmerzen sowie zu Steifheit, Blockierungsphänomenen und zunehmenden funktionellen Einschränkungen im Gelenk. Die Behandlung erfolgt in der Regel als Kombinationstherapie aus medikamentösen und nicht-medikamentösen Maßnahmen.

Die Arthrose von Handgelenk und Fingergelenken ist eine Gelenkknorpelzerstörung, die zu Schmerzen und Funktionseinschränkungen bis zur Gelenksteife führen kann. Abhängig vom Schweregrad kann die Erkrankung nicht-operativ oder operativ behandelt werden. Eine Heilung ist nicht möglich.

Stolperfallen gibt es überall: beim Spaziergang, beim Sport und zu Hause. Beim Stürzen kann das Sprunggelenk geprellt, verdreht, überdehnt oder ausgekugelt werden. Die zugehörigen Bänder werden dabei schnell in Mitleidenschaft gezogen. Eine solche Zerrung (Distorsion) kann sehr schmerzhaft sein. In den meisten Fällen knicken wir nach außen weg; dann ist das so genannte Außenband des oberen Sprunggelenkes betroffen.

Der große Bewegungsumfang der Schulter beruht auf einem annähernd kugelförmigen Oberarmkopf, der auf einer relativ kleinen, flachen Gelenkpfanne ruht. Aufgrund dieser geringen knöchernen Begrenzung kann das Schultergelenk leichter auskugeln. Dies wird auch als Schulterluxation bezeichnet.

Die Hallux-valgus-Fehlstellung ist eine meist fortschreitende Deformität der Großzehe und wird auch als Ballenzehe bezeichnet. Dabei besteht eine X-Fehlstellung im Großzehengrundgelenk aufgrund einer gestörten Biomechanik des Fußes, die im Verlauf zu einer zunehmenden Verformung führt. Sie führt jedoch nicht zwangsläufig zu Schmerzen und/oder starkem Leidensdruck. Besonders wichtig zur Vorbeugung ist fußgerechtes Schuhwerk. Je nach der Schwere der Fehlstellung sowie dem Leidensdruck und Alter des Patienten ist eine konservative oder operative Behandlung möglich.

Der degenerativ bedingte Bandscheibenvorfall ist ein häufiges Krankheitsbild des mittleren Alters und ist mit Rücken-Bein-Schmerzen, Sensibilitätsstörungen und gelegentlich mit Muskelschwächen verbunden.

Beinlängendifferenz ist der direkt oder indirekt gemessene Längenunterschied der Beine. Dieser äußert sich in einer tatsächlichen Verkürzung oder Verlängerung einzelner Abschnitte der Knochen und Gelenke oder funktionell durch eine Verkürzung von Muskeln, Sehnen und Bändern (sogenannte Kontrakturen). Die Ursachen sind vielfältig, die Folgen Fehlstatik, Gelenkveränderungen, bisweilen akute und chronische Schmerzen.

Der Botulismus ist eine lebensbedrohliche Vergiftung durch verschiedene Typen des Botulinumtoxins. Produzent dieses Gifts ist das Bakterium Clostridium botulinum. Das Gift entsteht typischerweise in verdorbenen Lebensmitteln, zum Beispiel aus Konservendosen, selten auch im Darm oder in Wunden. In stark verdünnter Form wird Botulinumtoxin auch sicher als Medikament eingesetzt, unter anderem in der Orthopädie und Unfallchirurgie.

Akute oder chronische Schleimbeutelentzündung mit druckschmerzhafter Schwellung, evtl. Hautrötung und tastbarer Flüssigkeitsverschiebung. Häufigste Ursache ist eine Überlastung beim Sport (z.B. Tennisellenbogen) oder Dauerbelastung (Schleimbeutelentzündung am Knie bei Fliesenlegern). Eine beruflich bedingte chronische Bursitis kann als Berufskrankheit anerkannt werden.

Meist akut auftretende schmerzhafte Entzündung des Schleimbeutels am Ellenbogen, Ursache sind oft chronische Überlastungen. In Einzelfällen wird die Bursitis olecrani als Berufserkrankung anerkannt.

Meist akut verlaufende schmerzhafte Entzündung des Schleimbeutels im Hüftgelenk mit Ausstrahlung in Gesäß und Oberschenkel.

Vitamin D spielt eine wesentliche Rolle bei der Regulierung des Calcium- und Phosphathaushalts und beim Knochenaufbau. Ein Vitamin-D-Mangel und/oder eine verminderte Calciumzufuhr sind ein Risikofaktor für Knochenbrüche bei bestehender Osteoporose. Bei chronischem Vitamin-D-Mangel droht bei Erwachsenen Knochenerweichung (Osteomalazie) und bei Kindern Rachitis.

Verletzungen der Sprunggelenksbänder zählen zu den häufigsten Verletzungen des Bewegungsapparats. Ausgehend von einem Riss eines oder mehrerer Bänder kann sich in 20 bis 30 Prozent der Fälle eine chronische funktionelle und/oder mechanische Sprunggelenksinstabilität entwickeln. Neben gefühlter Instabilität führt vor allem ein typischer Belastungsschmerz zur sportlichen und beruflichen Einschränkung.

Die Hand ist die Visitenkarte des Rheumatikers. Diese Aussage ist kein zynischer Spruch, sondern enthält viel Wissen des Erfahrenen, der sich mit den vielfältigen Krankheitsbildern des entzündlichen Rheumas und der verschleißbedingten Veränderungen der Hand beschäftigt. Unterschiedliche entzündlich-rheumatische und verschleißbedingte (arthrotische) Erkrankungen können sich an den Händen so intensiv manifestieren, dass der erfahrene Arzt schon anhand dieser Veränderungen die Diagnosen vermuten bzw. sichern kann.

Kommt es zu Schmerzen an der Ferse, vermuten die meisten Patienten einen Fersensporn als Ursache. Häufig ist der knöcherne Fortsatz am Fersenbein aber gar nicht der Verursacher der Schmerzen, sondern verschiedene andere Erkrankungen. Meist handelt es sich dabei um eine Plantarsehnenfasciitis, eine Erkrankung der Plantarfascie (Sehnen-/Bindegewebsstruktur am Mittel- und Rückfuß), die mit Schmerzen an der Fußsohle am Übergang zur Ferse einhergeht.

Das Fibromyalgiesyndrom ist eine Erkrankung mit chronischen Schmerzen (länger als drei Monate) in mehreren Körperregionen, Schlafstörungen bzw. nicht-erholsamem Schlaf und Müdigkeit bzw. körperlicher und/oder geistiger Erschöpfungsneigung.

Ganglien der Hand, so genannte „Überbeine“, treten bevorzugt am Handrücken auf und sind die häufigsten gutartigen Weichteiltumore der Hand. Nicht alle Betroffenen leiden an Schmerzen und Funktionsbeeinträchtigungen; die meisten empfinden die gutartige Geschwulst eher aus kosmetischen Gründen als störend. Die Therapie rangiert zwischen krankengymnastischer Behandlung und Operation zur Entfernung des Ganglions.

Die Gicht ist eine Stoffwechselerkrankung, verursacht durch eine entzündliche Reaktion auf Harnsäurekristalle. Diese entstehen aufgrund eines dauerhaft erhöhten Harnsäurespiegels im Blut (Hyperurikämie) und führen zu schmerzhaften Entzündungen in den Gelenken. Die Erkrankung kann mithilfe einer harnsäuresenkenden medikamentösen Therapie geheilt werden.

Die Glasknochenerkrankung (Osteogenesis imperfecta) ist die häufigste angeborene (genetische) Erkrankung, die zu einer geringen Stabilität der Knochen im Kindesalter führt und damit verbunden zu häufigen Knochenbrüchen.

Beugefehlstellung im Zehenmittelgelenk. Tritt meist am 2. oder am kleinen Zeh auf.

Die Hüftarthrose (Coxarthrose) ist eine Verschleißkrankheit des Hüftgelenkes. Sie gilt als die häufigste Form der Arthrose beim Menschen und beschreibt die Abnutzung der Knorpeloberflächen von Hüftkopf und Hüftpfanne.

Bei der Hüftdysplasie bzw. Hüftluxation handelt es sich um eine angeborene Deformität des Hüftgelenks. Das Gelenk besteht aus Hüftkopf (am Oberschenkelknochen) und Hüftgelenkpfanne (Teil des Beckens). Während bei einer Dysplasie eine Reifungsstörung der Pfanne vorliegt, steht bei einer Luxation der Hüftkopf nicht korrekt in der Gelenkpfanne.

Das Hüftimpingement ist ein Engpasssyndrom der Hüfte. Knöcherne Veränderungen der Gelenkpartner (Hüftkopf und Hüftpfanne) führen zu einem biomechanischen Konflikt (Anstoßphänomen). Es resultieren schmerzhafte Bewegungseinschränkungen und Frühformen des Hüftgelenkverschleißes.

Das ISG ist ein Gelenk (Iliosacralgelenk) zwischen dem Becken und dem Kreuzbein. Blockierungen, Bandschwächen, aber auch verschleißbedingte, also degenerative Erkrankungen (zum Beispiel Arthrose) und entzündlich-rheumatische Erkrankungen (zum Beispiel Morbus Bechterew) führen zu lokalen Schmerzen über dem Gelenk (im unteren Rücken). Die Beschwerden können aber häufig auch aufgrund der angrenzenden Muskel- und Nervenstrukturen in die Leiste oder das gesamte Bein ausstrahlen.

Die Kapsel- und Bandverletzung – auch kurz Bandverletzung genannt – stellt eine sehr häufige Verletzung an verschiedenen Gelenken dar, die in Folge von Sport-, Berufs- aber auch Alltagsunfällen auftreten kann. Bleibt das Gelenk hierbei stabil und die Strukturen im Wesentlichen intakt, wird nur von einer Bänderzerrung oder -dehnung gesprochen. Es kann aber auch zu einer teilweisen oder kompletten Zerreißung der Bänder kommen, wenn der Bewegungsspielraum maximal überschritten wird. In der Folge wird das Gelenk dann instabil.

Beim Karpaltunnelsyndrom (KTS) handelt es sich um ein Engpasssyndrom des Mittelnervs der Hand im Bereich des Handwurzelkanals (sogenannter Karpalkanal). Missempfindungen des Daumens, Zeige-, Mittel- und daumenseitigen Ringfingers sowie feinmotorische Einschränkungen können bestehen. Schwereabhängig sind nicht-operative und operative Behandlungen mit Ausheilung bei früher Behandlung möglich.

Der Klumpfuß ist eine angeborene Fußfehlstellung. Die Behandlung erfolgt nach der Ponsetimethode, die nach Gipsbehandlung die Durchtrennung der Achillessehne und anschließend eine Schienenbehandlung beinhaltet. Der Erfolg hängt maßgeblich von der Schienenbehandlung ab.

Beim Knick-Plattfuß handelt es sich um eine Abflachung des Fußlängsgewölbes, die im Lauflernalter ein normales Durchgangsstadium ist. Unterschieden werden flexible und nicht flexible Knickplattfüße. Zur Therapie stehen konservative und bei Beschwerden auch operative Maßnahmen zur Verfügung.

Die Kniearthrose, auch Gonarthrose genannt, ist ein Verschleiß des Kniegelenkes. Häufigste Ursachen sind die altersbedingte Abnutzung des Gelenkknorpels und Übergewicht. Weitere Ursachen sind Verletzungen und Entzündungen im Kniegelenk sowie Achs- und Gelenkfehlstellungen.

Der Kniebinnenschaden ist eine Sammelbezeichnung für Schäden und Verletzungen am Kniegelenk. Diese Schädigungen (Läsionen) können verschiedene Strukturen innerhalb des Kniegelenks betreffen, zum Beispiel die Kreuzbänder oder die Menisken, und einzeln oder auch in Kombination auftreten. Zum Teil können sie auch durch rheumatische oder Stoffwechselerkrankungen verursacht werden. Die Therapie ist jeweils abhängig von der konkreten Diagnose.

Als Kniescheibenarthrose oder auch Retropatellararthrose bezeichnet man Verschleißerscheinungen an der Kniescheibe sowie am Kniescheibengleitlager. Dies kann im Rahmen einer generalisierten Kniearthrose oder aber auch isoliert auftreten.

Knochen- und Weichteiltumore sind selten und können in gut- und bösartige Läsionen (Gewebeschädigungen bzw. -veränderungen) unterteilt werden. Eine frühzeitige und korrekte Diagnostik und Therapie ist entscheidend für den Behandlungserfolg. Daher sollte bei Vorliegen eines Tumors des Bewegungsapparates ein hierfür spezialisiertes Zentrum aufgesucht werden.

Knochendurchblutungsstörungen oder sogenannte Perfusionsstörungen gehen typischerweise mit einer vermehrten Ansammlung von Flüssigkeit im Knochen, dem sogenannten Knochenmarködem (KMÖ) einher. Dies führt in der Regel zu einer Druckerhöhung im Knochen und damit zusammenhängenden Schmerzen. Am häufigsten tritt das KMÖ am hüftnahen Ende des Oberschenkelknochens auf, gefolgt vom Knie und dem Sprunggelenk/Fuß. Das KMÖ ist aber unspezifisch und kann begleitend bei diversen Erkrankungen auftreten. Schwierig, aber immens wichtig ist die Abgrenzung der zwar meist schmerzhaften, aber ungefährlichen Erkrankungen (sogenanntes KMÖ-Syndrom, Bone bruise) von den zerstörend voranschreitenden Krankheiten (zum Beispiel die sogenannte Knochennekrose oder ein Tumor).

Die Osteitis ist eine Knochenentzündung, die häufig durch eine bakterielle Infektion hervorgerufen wird. Sie kann sowohl akut wie auch chronisch auftreten. Die Infektion führt zu Durchblutungsstörungen im Knochen und schließlich zum Abstreben von Knochenteilen. Zur Behandlung wird in der Regel eine Antibiotikatherapie durchgeführt, bei schweren Fällen können auch chirurgische Maßnahmen notwendig sein.

Lokalisierte Knorpeldefekte, im Knie zum Beispiel durch eine Sportverletzung verursacht, können zu erheblichen Beschwerden und unbehandelt zum vorzeitigen Gelenkverschleiß (Arthrose) führen. Bei einer vollschichtigen, bis auf den Knochen reichenden Knorpelschädigung mit bestehender Symptomatik sollten solche Läsionen und ggf. existierende Begleitprobleme (zum Beispiel Gelenkfehlstellung) möglichst zügig saniert werden, um so neben der Behandlung der Beschwerden auch der Entstehung einer frühzeitigen Arthrose vorzubeugen. Hierfür stehen verschiedene operative Knorpeltherapien zur Verfügung, die nachfolgend kurz dargestellt werden.

Als Läuferknie bezeichnet man eine Reizung des Tractus iliotibialis, eines Faszienstreifens an der Außenseite des Oberschenkels in Höhe des Kniegelenkes. Die Beschwerden treten in aller Regel nach längeren Laufbelastungen auf. Das Krankheitsbild kann ein- oder beidseitig bestehen.

Die degenerativ bedingte lumbale Spinalkanalstenose ist eine sehr häufige Erkrankung des älteren Menschen, bei der es zu einer Einengung des Wirbelkanals im Bereich der Lendenwirbelsäule kommt. Sie führt zum Teil zu einer erheblichen Einschränkung der Lebensqualität durch in die Beine ziehende Schmerzen und Schweregefühle. Sind konservative Maßnahmen nicht mehr erfolgreich, stellt die operative Dekompression eine der erfolgreichsten Operationen der Orthopädie dar.

Knochenschwund an der Innenseite des Kniegelenks am Oberschenkel. Tritt im Erwachsenenalter auf und ist meist durch eine lokale Durchblutungsstörung verursacht.

Risse bzw. Schädigungen des Meniskus (Meniskusrupturen bzw. -läsionen) gehören zu den häufigsten Erkrankungen des Kniegelenks. Die Diagnose wird durch die klinische Untersuchung gestellt und kann durch eine MRT-Untersuchung bestätigt werden. Zur Behandlung können unter bestimmten Voraussetzungen konservative Therapiemaßnahmen angewendet werden. Bei schwereren Meniskusschäden mit deutlicher Funktionseinschränkung bedarf es aber in der Regel einer operativen Therapie.

Als Morbus Osgood-Schlatter wird eine im Wachstumsalter auftretende schmerzhafte Veränderung am vorderen Schienbein bezeichnet, welche in Folge einer Reizung der Ansatzstelle der Kniescheibensehne (Patellasehne) in dieser Region auftritt. Hierbei kann sich die knöcherne Befestigung der Patellasehne vom Schienbein lösen und absterben (Nekrose), weshalb die Erkrankung den aseptischen, das heißt nicht infektionsbedingten Knochennekrosen zugerechnet wird.

Bei der Perthes-Erkrankung handelt es sich um eine meist gutartig verlaufende Wachstumsstörung des Hüftkopfes im Kindesalter auf einer oder beiden Seiten der Hüfte. Auslöser ist eine Durchblutungsstörung des Hüftkopfes. In schwerwiegenden Fällen kann es aufgrund dieser Durchblutungsstörung dazu kommen, dass Teile des Hüftknochens einbrechen oder der Knochen teilweise abstirbt (Hüftkopfnekrose).

Neuralgie mit Schmerzen im Bereich von Fußsohle und Vorfuß. Ursache ist mechanische (Fehl-)Belastung mit Nervenreizung und Bildung kleiner Neurinome.

Muskelfaserrisse gehören zu den häufigsten Muskelverletzungen und werden auch als Minorverletzungen bezeichnet. Die Diagnose gelingt meist durch eine einfache Untersuchung. In der Regel heilen sie unter konservativer Therapie im Zeitraum von 10 bis 14 Tagen ab.

Das Vorhandensein von Knochenmetastasen im Rahmen einer Tumorerkrankung bedeutet, dass der begrenzt und lokalisiert wachsende Tumor (zum Beispiel des Darms oder der Lunge) Anschluss an das Kreislaufsystem gewonnen hat und so fernab des ursprünglichen Tumorwachstums Absiedlungen bilden konnte.

Osteoporose, auch Knochenschwund genannt, ist eine chronische Erkrankung, die Knochen porös und brüchig werden lässt. Grund hierfür ist ein gestörter Knochenstoffwechsel. Knochenbrüche (Frakturen), vor allem an Wirbelsäule, Hüfte, Oberarm und Handgelenk, sind die schmerzhafte Folge.

Das Piriformis-Syndrom ist eine muskuläre Fehlspannung eines Gesäßmuskels (Musculus piriformis), welches zu lokalen Muskelschmerzen führen kann, aber auch die in direkter Nachbarschaft verlaufenden Nerven komprimieren, das heißt drücken oder quetschen kann, wie zum Beispiel den Ischiasnerv. Dies kann zu ausstrahlenden Schmerzen in den Versorgungsgebieten dieser Nerven führen (Gesäß und Bein).

Abnutzungsbedingte, teils schmerzhaft-entzündliche Gelenkveränderungen – umgangssprachlich besser als „Gelenkverschleiß“ bekannt – werden dem Krankheitsbild der Arthrose zugeordnet. Sind gleichzeitig Finger-, Daumen- und Handwurzelgelenk betroffen, spricht man von einer Polyarthrose der Hand.

Die Querschnittlähmung wird durch eine unfall- oder erkrankungsbedingte Schädigung des Rückenmarks hervorgerufen. Eine fachspezifische Abklärung und Therapie sowie die Behandlung in einem Querschnittgelähmtenzentrum sind ebenso wie eine lebenslange Nachsorge erforderlich.

Als Seitenbandtendinose bezeichnet man eine Reizung der Knieseitenbänder, die in aller Regel nach stärkerer sportlicher Belastung auftritt. Das Krankheitsbild kann ein- oder beidseitig auftreten.

Die Rotatorenmanschette ist eine Muskel-Sehnen-Platte, die den Oberarmkopf umgibt und als wichtiger Bestandteil des Bewegungsapparates der Schulter fungiert. Zu Rissen der Rotatorenmanschette kommt es hauptsächlich aufgrund von Abnutzung (sogenannte degenerative Rupturen). Seltener treten unfallbedingte Risse auf (sogenannte traumatische Rupturen).

Der Morbus Scheuermann ist eine häufige Wirbelsäulenerkrankung. Bedingt durch Wachstumsstörungen einzelner Wirbelsäulenabschnitte kommt es dabei zu einer Rundrückenbildung, die sich häufig bei Jungen in der Pubertät erstmalig zeigt. Die Therapie richtet sich nach dem Alter der Patienten, dem Ausmaß des Rundrückens und den begleitenden Schmerzen.

Als Schienbeinkantensyndrom bezeichnet man Schmerzen an der Schienbeinkante, die in aller Regel nach stärkerer sportlicher Belastung auftreten. Das Krankheitsbild kann ein- oder beidseitig auftreten.

Verletzung der Halswirbelsäule durch plötzliche, ruckartige Vorwärts- und Rückwärtsbewegung des Kopfes. In der Regel verursacht durch einen heftigen Aufprall im Rahmen eines Unfalls (Verkehrsunfall mit PKW, Sturz mit dem Fahrrad, Skiunfall etc.).

Der Schmerz ist in der Regel eines der zentralen Symptome einer Erkrankung oder Verletzung und für Patientinnen und Patienten unmittelbar spürbar. Vor allem ist Schmerz aber auch ein subjektives Empfinden, das individuell unterschiedlich wahrgenommen wird und nicht immer direkt auf eine nachweisbare Störung zurückgeführt werden kann. Welche verschiedenen Schmerzarten es gibt und wie diese erfasst und gemessen werden können, erläutert der folgende Beitrag.

Im Laufe des Lebens unterliegt das Schultergelenk einem gewissen Verschleiß, bei dem die den Knochen überziehende Knorpelschicht im Gelenk dünner wird. Überschreitet dieser Verschleiß das normale Maß, spricht man von Arthrose, im Bereich des Schultergelenks von Omarthrose.

Schwindel ist ein Symptom, welches bei einer Vielzahl von Erkrankungen auftreten kann. Mögliche Ursachen sind unter anderem Störungen des peripheren und zentralen Nervensystems, Störungen des Gleichgewichtsorgans, weitere Erkrankungen des Hals-Nasen-Ohren-ärztlichen Gebietes, Störungen im Herz-Kreislaufsystem, augenärztliche Erkrankungen, psychosomatische und psychiatrische Erkrankungen und auch orthopädische Erkrankungen.

Der Sichelfuß ist eine häufige, meist flexible Fußdeformität, die sich in nahezu allen Fällen im Verlauf des Wachstums spontan korrigiert. Der Vorfuß zeigt gegenüber dem Rückfuß nach innen. Physiotherapie, Wickelungen, Lagerungsmaßnahmen, Gipstherapie und selten operative Korrektur sind zur Therapie möglich.

Bei Skoliosen und Kyphosen handelt es sich um Fehlstellungen der Wirbelsäule (Deformitäten), die in der Regel mit Rückenschmerzen einhergehen. Ist bei den meisten Kyphosen nur eine Ebene von der Deformität betroffen (krankhafte Krümmung der Wirbelsäule in Seitenansicht: Rundrückenbildung), liegt bei den meisten Skoliosen eine dreidimensionale Problematik vor (krankhafte Rotation sowie Krümmung der Wirbelsäule in Seiten- und Frontalansicht). Zahlreiche Grunderkrankungen können zu den verschiedenen Formen der Skoliosen und Kyphosen führen, sodass es sich nicht um ein einheitliches Problem handelt.

Bei spezifischen Rückenschmerzen handelt es sich um Schmerzen im Bereich des Rückens, bei denen mit hoher Wahrscheinlichkeit eine spezifische zu behandelnde Ursache zu erkennen ist. Zahlreiche verschiedene Ursachen besitzen das Potenzial zur Auslösung spezifischer Schmerzen. Demgegenüber sind unspezifische Rückenschmerzen solche, bei denen keine klare Ursache der Schmerzen ausfindig zu machen ist.

Unter dem Begriff Sportverletzungen versteht man alle Arten von Verletzungen, die während der Ausübung von Freizeit- und Leistungssport entstehen können. Zu unterscheiden sind akute Verletzungen (Unfälle) von chronischen Verletzungen (Überlastungen).

Das Tarsaltunnelsyndrom ist ein eher seltenes Einklemmungsyndrom des Schienbeinnervs am Innenknöchel. Typische Symptome sind stechende und vor allem brennende Schmerzen am Innenknöchel mit Ausstrahlung in die Wade, die Ferse und den Fuß, teils auch Sensibilitätsstörungen, verminderte Schweißsekretion und Muskelschwächen.

Der sogenannte Tennisellenbogen (Epicondylitis radialis humeri) bzw. Golferellenbogen (Epicondylitis ulnaris humeri) ist eine Überlastungsreaktion der Hand- und Fingerstrecker bzw. der Hand- und Fingerbeuger an ihrem Ursprung am Ellenbogen (Epicondylus lateralis humeri).

Bei einer Thrombose kommt es zur Bildung eines Gerinnsels (Thrombus) in einem Blutgefäß. Oft treten diese Gerinnsel in den Beinvenen auf. Ein besonders hohes Risiko für Thrombosen besteht bei orthopädischen Operationen. Deshalb ist hier eine effektive Thromboseprophylaxe längst Routine.

Unter Tinnitus versteht man Ohrgeräusche wie zum Beispiel Klingeln, Pfeifen, Brummen oder anderes, in der Regel meist ohne tatsächlich existierende Schallquelle (subjektiver Tinnitus).

Unspezifische Rückenschmerzen sind solche Rückenschmerzen, bei denen keine eindeutigen Hinweise auf eine spezifische Ursache gefunden worden sind. Sie sind häufig von begrenzter Dauer und klingen von allein wieder ab. Demgegenüber finden sich bei spezifischen Rückenschmerzen Ursachen, die mit hoher Wahrscheinlichkeit für die Schmerzen verantwortlich sind und die gezielt behandelt werden können, wie zum Beispiel ein Bandscheibenvorfall oder eine Fraktur.

Als Seitenbandverletzungen bezeichnet man Verletzungen der Knieseitenbänder, die in der Regel durch Unfälle aller Art ausgelöst werden können. Dabei kann die Seitenbandverletzung isoliert oder aber in Kombination mit einer Verletzung anderer Strukturen des Kniegelenkes auftreten.

Verletzungen des hinteren Kreuzbandes treten deutlich seltener auf als Verletzungen des vorderen Kreuzbandes. Die Herausforderung für Arzt und Patient liegt in der individuellen Entscheidung zwischen operativer und konservativer Therapie und – im Falle einer OP – in der Wahl der Operationstechnik und des Transplantats. Grundsätzlich wird die Entscheidung zur Operation bei Verletzungen des hinteren Kreuzbandes zurückhaltender getroffen als bei Verletzungen des vorderen Kreuzbandes.

Risse des vorderen Kreuzbands gehören zu den häufigsten Sportverletzungen. Die Herausforderung für Arzt und Patient liegt in der individuellen Entscheidung zwischen operativer und konservativer Therapie und – im Falle einer OP – in der Wahl der Operationstechnik und des Transplantats.

Als vorderen Knieschmerz oder patellofemorales Schmerzsyndrom (PFSS) bezeichnet man Schmerzen um die Kniescheibe, die betont bei Belastungen wie zum Beispiel Kniebeugen, Springen, Treppensteigen oder Treppabgehen, tiefer Hocke und längerem Sitzen mit gebeugten Knien auftreten.

Bei Wurfsportarten und Überkopfbelastungen kommt es aufgrund der häufigen Wiederholung bestimmter Bewegungen (Abspreizen des Arms, Außenrotation) zu muskulären Dysbalancen, also zur Verkürzung und Schwächung einzelner Muskeln, und zu einer Störung des Bewegungsrhythmus der Schulter. Dies kann in der Folge zu einer schmerzhaften funktionellen Verengung im Schultergelenk, einem sogenannten Impingement, führen. Die daraus resultierenden Schäden werden unter dem Begriff der Werferschulter oder Sportlerschulter zusammengefasst.

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