Schulterarthrose

Im Laufe des Lebens unterliegt das Schultergelenk einem gewissen Verschleiß, bei dem die den Knochen überziehende Knorpelschicht im Gelenk dünner wird. Überschreitet dieser Verschleiß das normale Maß, spricht man von Arthrose, im Bereich des Schultergelenks von Omarthrose.

Häufigkeit

Insgesamt ist das Schultergelenk im Vergleich zu den großen Gelenken der unteren Extremität (Hüfte, Knie) seltener von Arthrose betroffen. Dennoch sind zwischen dem 60. und 70. Lebensjahr 3 Prozent aller Menschen von einer Omarthrose betroffen. Schulterverletzungen mit Instabilitäten wie beispielsweise das Auskugeln des Gelenks oder Knochenbrüche begünstigen das Entstehen einer Omarthrose.

Ursachen und Risikofaktoren

Jedes Gelenk des Körpers unterliegt im Verlauf des Lebens einem gewissen Verschleiß. Dabei wird die Knorpelschicht, welche die beiden Gelenkpartner (Oberarmkopf und Schultergelenkpfanne) überzieht, zunehmend dünner und schlussendlich zerstört. In Folge der fehlenden schützenden Gleitschicht, reiben an manchen Stellen im Gelenk raue, knöcherne Anteile aufeinander.

Zu unterscheiden sind bei der Entstehung einer Arthrose im Schultergelenk die sogenannte primäre Omarthrose und die sekundäre Omathrose.

Unter der primären Omarthorse versteht man die altersbedingte Entstehung einer Arthrose ohne begleitende Risikofaktoren. Mit anderen Worten, die Schulter unterliegt einer normalen Gelenkalterung. Die genaue Ursache und die individuell unterschiedliche Ausprägung ist Gegenstand intensiver Forschung. In jüngster Zeit sind genetische Faktoren und Bindegewebseigenschaften zunehmend in den Fokus der Forschung gerückt, die genaue Entstehungsursache ist aber aktuell noch unklar.

Bei der sekundären Omarthrose liegen Verletzungsfolgen der Entstehung zugrunde. Knochenbrüche im Bereich des Oberarmkopfes (Humerus), oder der Schultergelenkspfanne (Glenoid) können eine Arthrose begünstigen. Ebenso haben das Auskugeln der Schulter (Luxation) und die Folgen einer rheumatischen Grunderkrankung einen Einfluss auf das Entstehen einer Schultergelenksarthrose.

Begleiterkrankungen im Schulterbereich, wie Verletzungen der Rotatorenmanschette oder Stoffwechselerkrankungen mit Durchblutungsstörungen im Oberarmkofbereich (Humeruskopfnekrose), sind ebenfalls als Ursachen für eine sekundäre Omarthrose bekannt.

Symptome und Verlauf

Die Symptome einer beginnenden Omarthrose entwickeln sich häufig schleichend. Typisch sind zunächst unspezifische Schulterschmerzen, vor allem bei Belastung der Schulter. Zunehmend stellen sich allerdings auch Ruheschmerzen und eine morgendliche Steifigkeit des Gelenks ein. Im Verlauf kommt es zu einer Bewegungseinschränkung bei Drehbewegungen und bei Überkopfbewegungen. Unbehandelt führt dies zu einem voranschreiten der Arthrose mit weiterem Verschleiß des Gelenkknorpels. Es kommt zu einem Kreislauf, bei dem die Schulter aufgrund der schmerzbedingten Schonung zunehmend an Beweglichkeit verliert und in der Folge die Schmerzen zunehmen. Die Schmerzen sind auf einen lokalen Entzündungs- bzw. Reizzustand des Schultergelenks zurückzuführen. Aufgrund der rauen Gelenkflächen kommt es zu einer vermehrten Produktion von Gelenkflüssigkeit, es bildet sich ein sogenannter Reizerguss. Die Bestandteile dieses Reizergusses stehen im Verdacht, den Gelenkknorpel weiter zu schädigen.

Eine Abklärung und ärztliche Diagnostik bei neu aufgetretenen Schulterschmerzen sollte somit frühzeitig erfolgen.

Abb. 1: Illustration der Arthrose im Schultergelenk (Quelle: bilderzwerg/Fotolia)

Diagnose

Grundlage der Diagnostik sind das ärztliche Anamnesegespräch und die körperliche Untersuchung. Zusätzlich erfolgt eine bildgebende Abklärung.

Die bildgebende Diagnostik der Wahl, bei Verdacht auf eine Omarthrose ist das konventionelle Röntgenbild in mehreren Ebenen (ap-Aufnahme – Körper von vorne, y-Aufnahme – Körper von der Seite, und axiale Aufnahme – bei angehobenem bzw. seitlich gestrecktem Arm). Hier können die Arthrosezeichen am Gelenk, wie etwa Verschmälerung des Gelenkspalts und knöcherne Gelenkanbauten gut identifiziert werden.

Bei speziellen Fragestellungen können eine CT und/oder eine MRT-Diagnostik weiteren Aufschluss über mögliche Ursachen der Arthrose liefern.

Abb. 2: Konventionelles Röntgenbild mit typischen knöchernen Veränderungen (Quelle: Dr. Dominic John/privat)

Therapie und Nachsorge

Im Frühstadium der Arthrose ist eine konservative Behandlung zur Verhinderung des Voranschreitens der Arthrose die Therapie der Wahl. Die konservative Therapie setzt dabei auf den Einsatz von entzündungshemmenden Medikamenten (Diclofenac, Ibuprofen, COX-2 Hemmer). Bei therapieresistenten Beschwerden kann auch eine einmalige Gelenkinjektion mit einem Kortisonpräparat und gegebenenfalls im Anfangsstadium eine Hyaluronsäuretherapie erwogen werden. Ein weiterer wichtiger Therapiepfeiler der konservativen Therapie sind physiotherapeutische Übungen für die Schulter. Die Reduktion von Verspannungen und Verklebungen und das Wiederherstellen des muskulären Gleichgewichts im Schulterbereich verbessert die Beweglichkeit der Schulter und beugt einer zunehmenden Einsteifung vor.

Bei einer fortgeschrittenen Omarthrose mit komplett aufgebrauchtem Knorpelgleitlager

ist die Therapie der Wahl der Gelenkflächenersatz (Schultergelenksprothese). Die Entscheidung zum Gelenkflächenersatz ist individuell für jeden Patienten zu stellen. Ein zu langes herauszögern sollte aber vermieden werden, um ein gut tragfähiges Knochenlager für den Gelenkflächenersatz zu gewährleisten. Detaillierte Information über die einzelnen Verfahren sind im Artikel „Schulterprothese“ zusammengefasst.

Als betroffener Patient ist es unabhängig vom Stadium der Arthrose wichtig, dass das Gelenk beweglich gehalten und stabilisiert wird. Dabei sollten Warnsignale im Sinne von Schmerzen beachtet werden und ein individuelles Trainingsprogramm erstellt werden. Dies sollte nach Möglichkeit in Absprache mit dem behandelnden Arzt und Physiotherapeuten erfolgen.

Literatur und weiterführende Links

Wirth/Mutschler; Praxis der Orthopädie und Unfallchirurgie. 3. Auflage, 2013, Thieme Verlag.

Hinweise für Patienten

Off-Label-Use
Hinweis: Die Anwendung des oder der oben genannten Arzneimittel ist für die aufgeführten Indikationen eventuell nicht offiziell zugelassen. Es handelt sich in diesem Fall um einen sogenannten Off-Label-Use des Präparates, der von gesetzlichen oder privaten Krankenkassen oder Beihilfen in der Regel nicht erstattet wird.
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Umstrittene Wirksamkeit
Hinweis: Bei den oben aufgeführten Diagnose- bzw. Behandlungsverfahren kann es sich eventuell um wissenschaftlich umstrittene und derzeit nicht von allen Experten wissenschaftlich anerkannte Methoden handeln. Die Kosten dieser Anwendungen werden von gesetzlichen oder privaten Krankenkassen oder Beihilfen in der Regel nicht erstattet.
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