Osteoporose

Osteoporose, auch Knochenschwund genannt, ist eine chronische Erkrankung, die Knochen porös und brüchig werden lässt. Grund hierfür ist ein gestörter Knochenstoffwechsel. Knochenbrüche, vor allem an Wirbelsäule, Hüfte, Oberarm und Handgelenk, sind die schmerzhafte Folge.

Häufigkeit

An altersbedingtem Knochenabbau leiden allein in Deutschland bereits mehr als sechs Millionen Menschen. Jedes Jahr erkranken mehr als 800.000 Menschen über 50 Jahren neu an Osteoporose. Meist sind es Frauen. Sie machen etwa 80 Prozent aller Osteoporosepatienten aus. Doch auch Männer sind zunehmend betroffen: Ein Drittel aller Männer über 50 Jahren leidet an Knochenschwund, bei den Frauen ist es etwa die Hälfte. Bedingt durch die demographische Entwicklung wird erwartet, dass die Zahl der Betroffenen in den kommenden Jahrzehnten weiter steigt.

Ursachen und Risikofaktoren

Die menschlichen Knochen werden im Laufe des Lebens ständig auf-, um- und wieder abgebaut, um unterschiedlichen Anforderungen gerecht zu werden. Die Geschlechtshormone Östrogen und Testosteron steuern unter anderem diesen Knochenumbau. Dabei wirken knochenfressende Zellen (Osteoklasten) und knochenaufbauende Zellen (Osteoblasten) zusammen. Bis etwa zum 30. Lebensjahr nimmt die Knochenmasse zu, spätestens ab dem 40. Lebensjahr überwiegt der Knochenabbau. Bei Osteoporose verringert sich die Knochenmasse viel schneller als normal, es wird mehr Knochenmasse abgebaut als neue produziert.

Voranschreiten des Knochenabbaus im Laufe der Osteoporose-Erkrankung (Quelle: crevis/Fotolia)

Es gibt zwei Arten der Osteoporose – den primären und den sekundären Knochenschwund – die von unterschiedlichen Faktoren ausgelöst werden.

Primäre Osteoporose

Die primäre Osteoporose steht in engem Zusammenhang mit dem Alter sowie dem Hormon- und Calciumstoffwechsel. Beeinflussbare Risikofaktoren sind unter anderem ein niedriger Body-Mass-Index (Untergewicht), Rauchen, eine unzureichende Calcium- oder Vitamin-D-Zufuhr (Calcium- / Vitamin-D-Mangel) sowie körperliche Inaktivität. Aber auch eine familiäre Veranlagung, sowie bei Frauen ein spätes Einsetzen der Regel, eine frühe Menopause und die Entfernung der Eierstöcke (Ovarektomie) können das Risiko für eine Osteoporose-Erkrankung erhöhen.

Sekundäre Osteoporose

Zudem können verschiedene andere Krankheiten oder die Einnahme bestimmter Medikamente die Entstehung einer Osteoporose begünstigen. Man spricht dann von einer „sekundären Osteoporose“, ausgelöst beispielsweise durch eine Störung des Kortisonstoffwechsels oder eine Schilddrüsenüberfunktion. Als starker Risikofaktor ist hier außerdem die Einnahme von Kortison-Präparaten zu nennen.

Symptome und Verlauf

Das Beschwerdebild der Osteoporose ist von Knochenbrüchen und ihren Folgen geprägt (siehe auch Knochenbrüche bei Osteoporose). Anfangs bleibt die Erkrankung zunächst allerdings oft unbemerkt. Denn Osteoporose-bedingte Frakturen treten häufig unerwartet und ohne beziehungsweise ohne größere Krafteinwirkung auf, beispielsweise nach einem leichten Sturz aus dem Stand oder einem Abstützen der Hand. Man spricht von sogenannten niedrig-traumatischen Frakturen oder Spontanfrakturen.

Oftmals sind aber auch Rückenschmerzen, bedingt durch unbemerkte Frakturen an den Wirbelkörpern, der Auslöser für eine weitergehende Diagnostik. Ein auf dem Röntgenbild erkennbarer Knochenbruch ist ein Alarmzeichen, eine mögliche Osteoporose baldmöglichst behandeln zu lassen. Dann sollte immer die Abklärung mittels einer Knochendichtemessung erfolgen. Liegt erst einmal ein Osteoporose-bedingter Knochenbruch vor – man spricht dann von einer manifesten Osteoporose – erhöht sich die Wahrscheinlichkeit für eine nächste Fraktur um das Dreifache.

In der Folge ist die Lebensqualität der Betroffenen oftmals deutlich eingeschränkt, zum einen durch funktionelle Beeinträchtigungen, zum anderen aber auch durch chronische Schmerzen. Aufgrund des zunehmenden Knochenabbaus und der Osteoporose-bedingten Frakturen an den Wirbelkörpern kommt es zudem zur Verkürzung der Wirbelsäule und damit zur Abnahme der Körpergröße. Ein Rundrücken und das sogenannte „Tannenbaumphänomen“, eine Bildung von Hautfalten am Rücken aufgrund des Größenverlusts, sind dann häufig die Folge. Außerdem kann es auch zur Zunahme von Refluxbeschwerden (Sodbrennen) kommen.

Diagnose

Ein frühzeitiges Erkennen der Osteoporose ist wichtig, um die Auswirkungen der Krankheit möglichst gering zu halten. Zu einer umfassenden Diagnostik der Osteoporose gehören:

  • Systematische Befragung zum Gesundheitszustand (Anamnese), Familienanamnese und Erfassung von Risikofaktoren
  • Knochendichtemessung (Osteodensitometrie mittels DXA – Dual-X-Ray-Absorptiometrie) zur Optimierung der Risikobeurteilung und zur Prüfung der Indikation für eine medikamentöse Therapie
  • Röntgenaufnahmen zur Erfassung von Wirbelkörperfrakturen bei klinischen Hinweisen auf Frakturen
  • Osteologische Laboruntersuchungen

Therapie und Nachsorge

Bleibt eine manifeste Osteoporose unbehandelt, schreitet der Knochenschwund in der Regel rasch voran. Mit einer entsprechenden Therapie allerdings kann das Fortschreiten der Osteoporose aufgehalten und weiteren Knochenbrüchen vorgebeugt werden.

Ernährung und Bewegung

Zur Basistherapie der Osteoporose gehört eine ausreichende Versorgung mit Calcium und Vitamin D, entweder über die Nahrungsaufnahme (zum Beispiel über Calcium-reiches Mineralwasser und den Verzehr von Vitamin D-reichem Fisch, wie Aal, Hering oder Forelle) oder über die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln (Supplementen).

Ernährung für starke Knochen: Käse, Milch und andere Milchprodukte sind reich an Calcium. (Quelle: baibaz/Fotolia)

Zudem sollte es gerade bei älteren Patienten Ziel sein, dem Risiko von Knochenbrüchen durch die Vermeidung von Stürzen vorzubeugen. Hier kann regelmäßige Bewegung helfen, um Muskeln aufzubauen, die Koordination zu verbessern und im Alltag sicherer zu werden.

Medikamentöse Therapie

Für die spezifische Therapie der Osteoporose stehen verschiedene Medikamente zur Verfügung. Laut den Osteoporose-Behandlungsleitlinien des Dachverbandes Osteologie (DVO) zeigen dabei die folgenden Wirkstoffe die beste Wirksamkeit: die Bisphosphonate Alendronat, Ibandronat, Risedronat und Zoledronsäure, der RANKL-Inhibitor Denosumab sowie Teriparatid.

Eine gute Datenlage besteht demnach vor allem für Denosumab, Alendronat, Risedronat und Zoledronsäure, die nachweislich zur Verhinderung von Wirbelkörperfrakturen und Hüftfrakturen beitragen können.

Alendronat und Risedronat sind als Tabletten erhältlich, Zoledronsäure wird als Infusion einmal im Jahr gegeben, Denosumab als subkutane Injektion (Injektion in das Fettgewebe unter der Haut) alle sechs Monate.

Nachsorge

Da Osteoporose eine chronische Erkrankung ist, ist auch unter einer medikamentösen Osteoporose-Therapie eine regelmäßige Nachsorgeuntersuchung beim osteologischen Facharzt wichtig.

Der Patient kann die Therapie seiner Osteoporose durch eine optimale Therapietreue und regelmäßige Arztbesuche sowie durch eine knochenfreundliche Ernährung und ausreichende körperliche Aktivität unterstützen.

Literatur und weiterführende Links

Leitlinie des Dachverbandes Osteologie (DVO) zur Prophylaxe, Diagnostik und Therapie der Osteoporose

Patientenleitlinie des DOP (Dachverband deutschsprachiger Osteoporose-Selbsthilfeverbände und patientenorientierter Osteoporose-Organisationen)

Kontaktadressen für Betroffene

Bundesselbsthilfeverband für Osteoporose e.V.: Daten und Fakten

Hinweise für Patienten

Dieser Lexikoneintrag enthält nur allgemeine Informationen und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.

Off-Label-Use
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