Schienbeinkantensyndrom

Als Schienbeinkantensyndrom bezeichnet man Schmerzen an der Schienbeinkante, die in aller Regel nach stärkerer sportlicher Belastung auftreten. Das Krankheitsbild kann ein- oder beidseitig auftreten.

Häufigkeit

Das Schienbeinkantensyndrom gehört zu den häufigeren Sportverletzungen. Betroffen sind meist Personen, die den Sportarten Laufen, Tanzen oder Wandern nachgehen. Aber auch viele andere Sportarten können dieses Krankheitsbild auslösen.

Ursachen

Die Ursachen für ein Schienbeinkantensyndrom sind vielfältig. Im Vordergrund steht häufig eine Überbeanspruchung durch deutlich erhöhte Trainingsumfänge. Hierdurch kommt es zu einer starken Belastung der Unterschenkelmuskeln bzw. deren Ansatzzonen am Schienbein (mediales Schienbeinkantensyndrom, Abb. 1). Seltener kann ein Schienbeinschmerz auch durch einen erhöhten Druck in der Muskelloge, einer Gruppe funktionell zusammengehöriger Muskeln (funktionelles Kompartmentsyndrom), ausgelöst werden (laterales Schienbeinkantensyndrom, Abb. 2).

Im Weiteren spielen individuelle Faktoren eine wichtige Rolle. Bei abgesenktem Fußgewölbe muss der hintere Schienbeinmuskel vermehrte Haltearbeit leisten, was ein mediales Schienbeinkantensyndrom auslösen kann (Abb.3). Eine vermehrte Anhebung des Fußes oder der Zehen begünstigt eher ein laterales Schienbeinkantensyndrom. Auch ein erhöhtes Fußgewölbe kann ein Schienbeinkantensyndrom verursachen. Harte Böden bei der Sportausübung oder abgenutzte Sportschuhe gelten als beschwerdeauslösend.

Abb. 1: Schmerzlokalisation bei medialem Schienbeinkantensyndrom (Quelle: Dr. Michael Dickob)
Abb. 2: Schmerzlokalisation bei lateralem Schienbeinkantensyndrom (Quelle: Dr. Michael Dickob)
Abb. 3: Innenseitig abgesenktes Fußgewölbe mit X-Stellung der Ferse als typischer Risikofaktor für ein mediales Schienbeinkantensyndrom (Quelle: Dr. Michael Dickob)

Symptome und Verlauf

Die betroffenen Patientinnen und Patienten klagen über Beschwerden an der Schienbeinkante bei Belastung und auf Druck. Anfänglich treten die Beschwerden nur bei längerer Belastung auf, später auch beim Einlaufen, um dann eventuell wieder zu verschwinden. Bestehen Schmerzen auch beim Gehen oder gar in Ruhe, muss ein Stressbruch als wichtige Differentialdiagnose ausgeschlossen werden.

Diagnose

Die Diagnose wird anhand der geschilderten typischen Beschwerden und einer körperlichen Untersuchung gestellt. Im Röntgenbild des Unterschenkels können andere Erkrankungen wie zum Beispiel Stressbrüche ausgeschlossen werden. Bei unklaren Verläufen oder dem Verdacht auf eine Stressreaktion, einen Stressbruch oder aber eine Knocheninfektion kann ein MRT erfolgen.

Therapie und Nachsorge

Die Therapie des Schienbeinkantensyndroms umfasst in erster Linie konservative Behandlungsmaßnahmen. Im Einzelnen sollte in der Akutphase die sportliche Aktivität eingeschränkt oder verändert werden. Nach Abklingen der Beschwerden sollte der Belastungsaufbau vorsichtig erfolgen. Gegen Schmerzen kann mit lokaler Kühlung, Kompressionsverbänden oder entzündungshemmenden Salben und Tabletten vorgegangen werden. Physikalische Anwendungen und Krankengymnastik mit Dehnungen verkürzter Muskeln oder Quermassage können angewendet werden. Im Einzelfall kann eine lokale Injektion mit einem Kortisonpräparat erfolgen. Von einzelnen Sportärzten wird in hartnäckigen Fällen eine lokale Proliferationstherapie durch örtliche Injektion mit einem Gemisch aus einer hochprozentigen Glucose-Lösung und einem örtlichen Betäubungsmittel empfohlen.

Bei Fußfehlformen oder -fehlstellungen kann eine Einlagenversorgung erfolgen. Bei Läufern muss eventuell ein anderes Schuhmodell gewählt werden. Durch eine sorgfältige Analyse der Bewegungsabläufe müssen ineffektive Bewegungsmuster erkannt und beseitigt werden.

Generell sollten sich Betroffene auf einen häufig langwierigen Verlauf der Erkrankung einstellen.

Literatur und weiterführende Links

Literatur auf Nachfrage beim Autor

Hinweise für Patienten

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