Sportverletzungen

Unter dem Begriff Sportverletzungen versteht man alle Arten von Verletzungen, die während der Ausübung von Freizeit- und Leistungssport entstehen können. Zu unterscheiden sind akute Verletzungen (Unfälle) von chronischen Verletzungen (Überlastungen).

Häufigkeit

Etwa 23 Millionen Bundesbürger sind regelmäßig sportlich aktiv. Laut einer Erhebung der Fakultät für Sportmedizin der Ruhr-Universität Bochum in Zusammenarbeit mit der ARAG Versicherung beträgt die Anzahl der Sportverletzten, die sich in ärztliche Behandlung begeben müssen, jährlich mehr als eine Million. Hieraus resultieren enorme Ausfallzeiten und Behandlungskosten. Unter dem Gesichtspunkt einer immer aktiver alternden Gesellschaft sowie der wachsenden Zahl risikoreicher Funsportarten ist auch zukünftig von einer steigenden Anzahl an Sportverletzungen auszugehen. Akute Sportverletzungen sind fast immer das Resultat eines Unfalles. 80 Prozent davon wiederum sind Stürze. In etwa 60 Prozent der Fälle resultieren daraus Band- und Gelenkverletzungen wie Zerrungen, Risse oder Gelenkverrenkungen (Luxationen). Am häufigsten ist die untere Extremität betroffen. Chronische Verletzungen, also Überlastungsschäden, sind das Resultat unsachgemäßer Sportausübung und suboptimaler Vorbereitung.

Zusammenhang zwischen Sportart und Sportverletzung

Es ist wichtig zu verstehen, dass, obwohl prinzipiell bei jeder Sportart jede Art von Sportverletzung entstehen kann, bestimmte Verletzungen bei bestimmten Sportarten gehäuft vorkommen. Eine grobe Einteilung erfolgt in Ausdauersportarten, Kraft- und Schnellkraftsportarten, Kampfsportarten, Sportspielarten mit Gegnerkontakt, Sportspielarten ohne Gegnerkontakt, technisch-akrobatische Sportarten, Trendsportarten und sonstige Sportarten. Je nach Sportart sind verschiedene Körperregionen häufiger von Sportunfällen und Überlastungsschäden betroffen. Man denke nur an Begriffe wie Tennisellenbogen oder Läuferknie. Aus der eigenen Erfahrung als Mannschaftsarzt einer American Football Mannschaft der ersten Bundesliga, stellen Verletzungen des Ellenbogens und der Schulter, der Wirbelsäule und des Kniegelenkes die gravierendsten Einschränkungen der Sport- und Leistungsfähigkeit dar. Nicht selten führen sie zu Dauerschäden und/oder frühzeitigem Gelenkverschleiß (Arthrose).

Zu den häufigsten Sportverletzungen gehören unter anderem:

Therapie

Der Abbruch der sportlichen Aktivität durch den Athleten selbst ist ein erster Hinweis auf eine höhergradige Verletzung. Man darf jedoch die reduzierte Schmerzwahrnehmung durch ein erhöhtes Stressniveau vor allem beim Wettkampf nicht unterschätzen. Eine einfache aber angemessene Notfallregel ist die sogenannte PECH-Regel, Pause-Eis-Compression-Hochlagerung. Für die meisten Extremitätenverletzungen ist damit bereits eine gute Erste Hilfe erreicht. Liegen Bewusstseinsstörungen, größere Blutungen, Wirbelsäulenverletzungen oder Verrenkungen der großen Gelenke vor, muss die Erste Hilfe durch Profis, also Ärzte oder Rettungsdienstpersonal vorgenommen werden. Ein notwendiger Transport in die nächste Klinik erfolgt durch den Rettungsdienst. Bei den meisten anderen Verletzungen erfolgt die Vorstellung beim Hausarzt oder gleich beim sportmedizinisch erfahrenen Orthopäden und Unfallchirurgen noch am Tag der Verletzung oder an den Folgetagen. Die Behandlung folgt hierbei immer den gleichen Prinzipien: Schmerzlinderung, Widerherstellung der Funktion und „Return to sport“.

An nicht operativen Maßnahmen kommen entzündungshemmende Medikamente (nichtsteroidale Antirheumatika – NSAR), Eisanwendung, Schienung verletzter Körperregionen, lokale Infiltrationen (Injektion zum Beispiel von Lokalanästhetika), Elektrotherapie, Physiotherapie und Umschläge zur Anwendung. Gerissene Sehnen und Bänder, gebrochene Knochen, verrenkte Gelenke und manche Muskelverletzungen werden mithilfe einer Operation repariert. Sowohl operative als auch konservative Maßnahmen bedeuten für den Sportler aber immer auch eines: eine Pause vom Sport. Dies ist zwar für machen Sportler am schwersten zu ertragen, aber auch unbedingt erforderlich. Keine Verletzung oder Überlastung kann durch fortgesetzte (Über)Belastung therapiert werden.

Literatur und weiterführende Links

Engelhardt, M. (Hrsg.): Sportverletzungen. Diagnose, Management und Begleitmaßnahmen. München: Urban & Fischer, 2006.

Forschungsbereich Sportmedizin und Sporternährung der Ruhr-Universität Bochum: www.sportwissenschaft.rub.de/sportmed/

Hinweise für Patienten

Dieser Lexikoneintrag enthält nur allgemeine Informationen und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.

Off-Label-Use
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