Akute und chronische Luxationen

Bei einer Luxation handelt es sich um eine Gelenkverletzung, bei der sich die gelenkbildenden Knochenenden vollständig oder auch nur zum Teil (Subluxation) verschieben. Man spricht umgangssprachlich auch von einem Auskugeln oder Ausrenken des Gelenks.

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Am häufigsten betroffen ist das Schultergelenk (siehe Ausgekugelte Schulter). Daneben kann es auch am Ellenbogen, der Kniescheibe oder dem Hüftgelenk (siehe Hüftdysplasie und Hüftluxation) sowie seltener an den Sprung- oder Fingergelenken zu einer Ausrenkung kommen.

Ursachen

Eine Luxation kann verschiedene Ursachen haben. Zu den häufigsten Ursachen gehören starke Belastungen, plötzliche Stürze oder Aufprälle sowie eine angeborene Muskelschwäche oder Bindegewebsschwäche. Luxationen können auch durch Verletzungen anderer Gewebe im Bewegungsapparat begleitet sein. Bestimmte genetische Erkrankungen wie das Ehlers-Danlos-Syndrom, bei dem die Gelenke übermäßig flexibel sind, können ebenfalls zu Luxationen führen. Bei jungen Menschen treten Luxationen oft beim Sport auf, während bei älteren Menschen Muskel- oder Bindegewebsschwächen eine Rolle spielen können

Symptome

Die Symptome können je nach betroffenem Gelenk und dem Ausmaß der Verrenkung variieren. Typische Symptome einer Luxation sind plötzlich auftretende starke Schmerzen im betroffenen Gelenk, eine eingeschränkte Beweglichkeit des Gelenks, Schwellungen und sichtbare Deformitäten. Bei einer Luxation können auch Begleitverletzungen von Muskeln, Sehnen und Bändern auftreten. In einigen Fällen können Nerven eingeklemmt oder geschädigt werden, was zu Taubheitsgefühlen oder Lähmungen führen kann. Hämatome (blaue Flecken) und Durchblutungsstörungen können ebenfalls auftreten.

Diagnose

Eine Luxation kann in der Regel anhand der Symptome, der klinischen Untersuchung und der Anamnese des Patienten diagnostiziert werden. Der Arzt wird das betroffene Gelenk untersuchen, um nach Schwellungen, Deformitäten und Bewegungseinschränkungen zu suchen. In einigen Fällen können zusätzliche bildgebende Untersuchungen wie Röntgenaufnahmen, Ultraschall oder MRT erforderlich sein, um den genauen Grad der Luxation und mögliche Begleitverletzungen zu beurteilen. Die Anamnese des Patienten, einschließlich der Informationen über den Unfallhergang oder die Umstände, unter denen die Luxation aufgetreten ist, kann ebenfalls wichtige Hinweise für die Diagnose liefern Es ist auch möglich, dass der Patient von einer vorübergehenden Fehlstellung berichtet, die sich vor der medizinischen Untersuchung von selbst zurückgebildet hat. In solchen Fällen wird davon ausgegangen, dass es sich um eine echte Deformierung handelte, die spontan zurückging.

Therapie

Es können verschiedene Therapieformen zum Einsatz kommen, abhängig von der Art der Luxation, dem betroffenen Gelenk und dem Ausmaß der Verletzung. Hier sind einige mögliche Therapieansätze:

  1. Konservative Behandlung: Bei stabilen Luxationen kann eine konservative Behandlung angewendet werden. Dazu gehört die Reposition, bei der das Gelenk manuell wieder in seine normale Position gebracht wird. Anschließend kann eine Ruhigstellung des Gelenks mit einer Schiene oder einem Verband empfohlen werden, um die Heilung zu unterstützen. Physiotherapie und gezielte Übungen können helfen, die Stabilität des Gelenks wiederherzustellen und die Muskulatur zu stärken.
  2. Operative Behandlung: Bei instabilen oder wiederkehrenden Luxationen kann eine Operation erforderlich sein. Dies kann der Fall sein, wenn konservative Maßnahmen nicht ausreichend wirksam sind oder wenn Begleitverletzungen wie Bänderrisse oder Knochenbrüche vorliegen. Bei der Operation kann der Kapsel- und Bandapparat gestrafft, beschädigtes Gewebe repariert oder das Gelenk stabilisiert werden.
  3. Rehabilitation: Nach der Behandlung ist eine Rehabilitation wichtig, um die Beweglichkeit, Kraft und Stabilität des betroffenen Gelenks wiederherzustellen. Dies kann physiotherapeutische Übungen, Bewegungstherapie und gezieltes Training umfassen, um die Muskulatur zu stärken und die Funktion des Gelenks zu verbessern.

Nachsorge

Die Nachsorge bei einer Luxation kann je nach individueller Situation variieren. Hier sind einige mögliche Maßnahmen, die sinnvoll sein können:

  1. Physiotherapie: Eine physiotherapeutische Behandlung kann helfen, die Beweglichkeit, Kraft und Stabilität des betroffenen Gelenks wiederherzustellen. Der Physiotherapeut kann spezifische Übungen und Techniken empfehlen, um die Muskulatur zu stärken, die Beweglichkeit zu verbessern und die Funktion des Gelenks zu unterstützen.
  2. Ruhigstellung und Schutz: Je nach Schwere der Luxation kann eine vorübergehende Ruhigstellung des Gelenks mit einer Schiene, einem Verband oder einer Orthese empfohlen werden, um die Heilung zu unterstützen und das Gelenk zu schützen.
  3. Schmerzmanagement: Bei Bedarf können Schmerzmittel oder entzündungshemmende Medikamente verschrieben werden, um Schmerzen und Entzündungen zu lindern.
  4. Fortsetzung der Rehabilitation: Es ist wichtig, die empfohlenen Übungen und Therapien auch nach der akuten Phase fortzusetzen, um die langfristige Stabilität und Funktion des Gelenks zu verbessern. Regelmäßige Bewegung und gezieltes Training können helfen, das Gelenk zu stärken und das Risiko einer erneuten Luxation zu verringern.
  5. Nachuntersuchungen: Regelmäßige Nachuntersuchungen beim Arzt oder Orthopäden können dazu dienen, den Heilungsfortschritt zu überwachen und eventuelle Komplikationen frühzeitig zu erkennen.

FAQ: Luxation - Häufig gestellte Fragen nach dem Auskugeln oder Ausrenken eines Gelenks

Was ist eine akute Luxation?

Eine akute Luxation tritt auf, wenn ein Gelenk aus seiner normalen Position herausgedrückt wird. Dies kann durch eine Verletzung, wie zum Beispiel einen Sturz oder einen starken Aufprall, verursacht werden. Eine akute Luxation führt zu starken Schmerzen, Schwellungen und einer sichtbaren Deformität des betroffenen Gelenks.

Was ist eine chronische Luxation?

Eine chronische Luxation tritt auf, wenn ein Gelenk wiederholt aus seiner normalen Position herausrutscht oder sich wiederholt luxiert. Dies kann auf eine angeborene Fehlbildung oder eine zugrunde liegende Instabilität des Gelenks zurückzuführen sein. Chronische Luxationen können zu wiederkehrenden Schmerzen, Instabilität und eingeschränkter Bewegungsfreiheit führen.

Welche Gelenke sind am häufigsten von Luxationen betroffen?

Die am häufigsten von Luxationen betroffenen Gelenke sind das Schultergelenk, das Ellenbogengelenk, das Kniegelenk, das Hüftgelenk und das Fingergrundgelenk. Diese Gelenke sind aufgrund ihrer Anatomie und der Art ihrer Bewegungen anfälliger für Luxationen.

Wie werden akute Luxationen behandelt?

Akute Luxationen erfordern in der Regel sofortige medizinische Versorgung. Ein Arzt wird das Gelenk in seine normale Position zurückbringen, was oft als Repositionierung bezeichnet wird. Nach der Repositionierung kann eine Ruhigstellung des Gelenks mit einer Schiene oder einem Verband empfohlen werden. In einigen Fällen kann eine Operation erforderlich sein, um das Gelenk zu stabilisieren.

Wie werden chronische Luxationen behandelt?

Die Behandlung von chronischen Luxationen hängt von der Ursache und dem betroffenen Gelenk ab. Konservative Maßnahmen können physikalische Therapie, Kräftigungsübungen und das Tragen von Stützvorrichtungen umfassen, um die Stabilität des Gelenks zu verbessern. In einigen Fällen kann eine Operation erforderlich sein, um strukturelle Probleme zu korrigieren und die Luxation zu verhindern.

Kann man Luxationen verhindern?

Während Luxationen nicht immer vollständig verhindert werden können, gibt es Maßnahmen, die dazu beitragen können, das Risiko zu verringern. Dazu gehören das Vermeiden von riskanten Aktivitäten, die das Gelenk überbeanspruchen können, das Tragen von Schutzvorrichtungen während des Sports und die Stärkung der umgebenden Muskulatur durch gezieltes Training. Bei Personen, die bereits anfällig für Luxationen sind, kann eine regelmäßige Überwachung und Behandlung helfen, das Auftreten von Luxationen zu minimieren.

Hinweise für Patienten

Dieser Lexikoneintrag enthält nur allgemeine Informationen und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.

Off-Label-Use
Hinweis: Die Anwendung des oder der oben genannten Arzneimittel ist für die aufgeführten Indikationen eventuell nicht offiziell zugelassen. Es handelt sich in diesem Fall um einen sogenannten Off-Label-Use des Präparates, der von gesetzlichen oder privaten Krankenkassen oder Beihilfen in der Regel nicht erstattet wird.
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