Regel Nummer 1 gegen Rückenschmerzen: Vermeide das Hohlkreuz

Im Laufe seines Lebens leidet fast jeder Mensch einmal unter Rückenschmerzen. Zum Glück sind die Beschwerden oft vorübergehend und haben keine ernsthafte Ursache. Aber selbst derartige vorübergehende Beschwerden können erhebliche Schwierigkeiten bereiten. Dann ist es gut zu wissen, was man am besten dagegen tut und wie man schnell wieder fit wird.
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Viele Millionen Menschen in Deutschland leiden unter ernsthaften Rückenbeschwerden und sind dadurch in ihren Alltagsaktivitäten und im Arbeitsbereich erheblich eingeschränkt. Keineswegs ist dabei immer nur „die Bandscheibe“ die Ursache. Die Wirbelsäule ist kompliziert aufgebaut und kann in verschiedenen Bereichen und an ganz unterschiedlichen Strukturen und Elementen von Störungen betroffen sein. Aber auch außerhalb der Wirbelsäule gibt es Strukturen, die eine Schmerzausstrahlung in den Rücken verursachen können, ohne dass die Wirbelsäule selbst betroffen wäre. Auch solche Störungen und Veränderungen müssen berücksichtigt werden.

Vermeide das Hohlkreuz

Das Hohlkreuz führt zu einer übermäßigen Belastung der unteren Lendenbandscheiben. Die Hinterkante der Wirbelkörper wird belastet, die kleinen Wirbelgelenke werden ineinander gestaucht. Gleichzeitig kann dies zu einer Einengung im Wirbelkanal führen.

Ein Hohlkreuz wird durch verschiedene Gründe provoziert:

  • So führt die übermäßige Kippung des Beckens nach vorne mit der horizontaleren Neigung des Kreuzbeins als Konsequenz zur übermäßigen Hohlwölbung (Lordose) der Lendenwirbelsäule. Gründe für die Vorneigung des Beckens können eine Arthrose der Hüftgelenke oder auch eine schwache Bauchmuskulatur sein.
  • Haltungsbedingt kommt es zum Hohlkreuz durch hohe Absätze, quasi als Ausgleich für die vermehrte Muskelanspannung (Abbildung a).
  • Allein schon anhaltendes Stehen mit Gewichtsbelastung auf beiden Beinen kann zum Hohlkreuz führen.
  • Auch das Liegen auf dem Rücken mit gestreckten Beinen führt zu einer vermehrten Hohlwölbung der Lendenwirbelsäule. Die Hohlwölbung ist immer einfach durch Abtasten mit der Hand zu überprüfen. Schon das Anstellen der Beine (leichte Beugung in den Hüftgelenken) sorgt dafür, dass die Lendenwirbelsäule gestreckt ist. Eine Alternative ist das seitliche Liegen mit angezogenen Beinen.

Dies ist ein Beispiel für eine Rückenschulregel, die durch die Beschreibung erklärt wird. Ergänzend wird an Bildern gezeigt, wie man sich richtig verhält. Analoge Verhaltensmaßnahmen gibt es für die Halswirbelsäule und für Kinder, bei denen insbesondere die Sitzbelastung im Kindergarten und in der Schule groß ist. Hier gilt es ganz besonders, durch kindgerechte Maßnahmen zu helfen.

Ein großes Kapitel ist schließlich die Übungsbehandlung, die speziell nach der Beschwerdesymptomatik gegliedert ist, damit auch gezielt für die verschiedenen Erkrankungen im Bereich von Hals-, Brust-, und Lendenwirbelsäule eine muskuläre Dehnung oder Kräftigung durchgeführt wird oder auch eine entsprechende Mobilisierung. Eine der typischen 36 Übungen ist der „Türöffner“.

„Der Türöffner“

Sicherheit in der Bewegung bekommt man durch ein gutes Zusammenspiel der verschiedenen Muskeln, man spricht auch von Muskelketten. Dabei muss gleichzeitig auch das Gleichgewicht trainiert werden, um entsprechende Sicherheit beim Gehen und Stehen zu haben. Auch hierfür finden sich typische Übungen.

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von Herrn Prof. Dr. Dr. Joachim Grifka hilft Betroffenen, mehr über ihre Krankheit zu erfahren und die Zusammenhänge besser zu verstehen. Dazu werden die anatomischen Grundlagen der Wirbelsäule, die besonders anfälligen Strukturen, typische Erkrankungen und die verschiedenen Krankheitszeichen (Symptome) beschrieben und erklärt. Die Entscheidung des Arztes für eine bestimmte Behandlung wird damit für den Betroffenen nachvollziehbar. Die Leser können somit zu mündigen Patienten und informierten Partnern des Arztes werden.

©Prof. Dr. Dr. Jörg Grifka , Rücken - Beschwerden wirksam begegnen: Ursachen, Therapie, Training2. Auflage 180 Seiten, Softcover, vierfarbig, ISBN: 978-3-86371-306-5

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