Homöopathie

Homöopathie ist eine Therapiemethode, bei der die eingesetzten Arzneimittel die körpereigenen Mechanismen zur Heilung anregen sollen. In der ärztlichen Therapie wird die Homöopathie gemäß dem Ähnlichkeitsprinzip angewendet, in der Selbstmedikation nach bewährten Indikationen.

Einsatzgebiete

Angewendet werden können Homöopathie bzw. homöopathische Arzneimittel bei akuten und chronischen Erkrankungen. Dazu gehören auch Schmerzen und Bewegungseinschränkungen am Bewegungsapparat wie sie typischerweise durch degenerative oder entzündliche Veränderungen hervorgerufen werden. Homöopathische Arzneimittel können die Symptome verbessern und durch den Einfluss auf Regeneration und Immunsystem auch tiefgreifende Besserungen einleiten.

Wirkprinzip

Homöopathische Arzneimittel werden potenziert, das heißt in einem besonderen Herstellungsprozess wird die Ausgangssubstanz einerseits gezielt verdünnt, andererseits durch die besondere Bearbeitung wirksam. Die Verdünnung erfolgt dabei in der Regel in Zehner- (D) und Hunderterpotenzen (C). Hat ein homöopathisches Mittel zum Beispiel die zusätzliche Bezeichnung „D6“, so wurde es sechs Mal um das Zehnfache verdünnt. Ziel ist, das Arzneimittel in die Lage zu versetzen, die körpereigene Selbstregulation anzuregen. Da aufgrund der geringen Substanzmengen durch die Verdünnung keine toxikologische Wirkung im Körper stattfindet, sind homöopathische Arzneimittel sehr verträglich.

Durchführung

Hinter der Homöopathie steht das Prinzip „Ähnliches mit Ähnlichem heilen“. Das bedeutet, dass ein Heilmittel bei Kranken mit solchen Symptomen eingesetzt wird, die das Mittel bei Gesunden in unverdünnter Form auslöst. Ein Beispiel ist die Küchenzwiebel. Sie führt zu Nasenlaufen und brennenden Augentränen. Als homöopathisches Heilmittel Allium cepa kommt sie bei ähnlichen Symptomen zum Beispiel im Rahmen eines starken Schnupfens zum Einsatz. Geprüft werden die Stoffe in sogenannten Arzneimittelprüfungen an Gesunden. Die sich dabei zeigenden körperlichen und seelischen Reaktionen werden als Arzneimittelbild bezeichnet. Dieses ist die Grundlage dafür, um in der ärztlichen Homöopathie das richtige Mittel zu bestimmen.

Homöopathische Arzneimittel werden in der Regel als Globuli, auch Streukügelchen genannt, aber auch als Tabletten, alkoholische Verdünnungen oder Salben verabreicht.

Viele homöopathische Mittel haben sich in der Praxis bei bestimmten Beschwerden als sehr hilfreich erwiesen. Dies wird als „bewährte Indikation“ bezeichnet und ist die Grundlage in der Selbstmedikation. Das homöopathische Arzneimittel Rhus toxicodendron, gewonnen aus der Pflanze Giftsumach, hilft beispielswiese bei Gelenkschmerzen, die durch Wärmeanwendung und leichte Bewegung besser werden. Das bekannte Arnica wird bei Verletzungen eingesetzt und unterstützt die Heilung.

Ein weiteres Wundheilmittel, das hilft, wenn auch Gewebeverletzungen vorliegen, ist Bellis perennis, das Gänseblümchen. Hier eignet sich zusätzlich Hypericum, das Johanneskraut, welches die Heilung von Schäden an Nerven bei akuten Verletzungen unterstützen kann.

Bei akuten entzündlichen Beschwerden, zum Beispiel im Rahmen einer rheumatoiden Arthritis, kann auch Bryonia, besser bekannt als Zaunrübe (eine Kletterpflanze), eingesetzt werden, wenn Druck auf die schmerzende Stelle die Beschwerden lindert.

Erfolgsaussichten

Homöopathische Arzneimittel können in der ärztlichen Therapie oder bei der Selbstmedikation verschieden rasch wirken. Erfahrungswerte zeigen, dass bei chronischen Erkrankungen, die über viele Jahre entstanden sind, auch Symptomverbesserungen längere Zeit in Anspruch nehmen. Vorteil ist hier jedoch, dass die Langzeittherapie aufgrund der guten Verträglichkeit gut möglich ist.

Bei akuten Erkrankungen zum Beispiel auch des Bewegungsapparates kann die Verbesserung der Beschwerden jedoch auch innerhalb von Stunden bis Tagen eintreten. So kann Rhus toxicodendron D6 bei akuten Schmerzen, die durch Bewegung und/oder Wärmeanwendung besser werden, schnell helfen. Weiterer Vorteil ist, dass es auch mit üblichen Schmerzmitteln kombiniert werden kann.

Einen besonders hohen Stellenwert hat die Homöopathie in der Sportmedizin bei der Behandlung von akuten Verletzungen und Erkrankungen, zur Verbesserung der Regenerationsfähigkeit des Sportlers, und zur Stabilisierung des Immunsystems in Zeiten der erhöhten Infektanfälligkeit. Auch bei langwierigen Verletzungen, zum Beispiel im Bereich der Gelenke, Sehnen und Bänder, kann die Homöopathie mit Erfolg eingesetzt werden.

Hochleistungssportler schätzen die nebenwirkungsfreie bzw. nebenwirkungsarme Anwendung, und die Sicherheit mit der Einnahme nicht gegen die Dopingrichtlinien zu verstoßen.

Literatur und weiterführende Links

Wiesenauer, Markus: MaxiQuickfinder Homöopathie. München: Gräfe und Unzer Verlag, 2015.

Homöopathie-Portal: globuli.de

Hinweise für Patienten

Dieser Lexikoneintrag enthält nur allgemeine Informationen und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.

Off-Label-Use
Hinweis: Die Anwendung des oder der oben genannten Arzneimittel ist für die aufgeführten Indikationen eventuell nicht offiziell zugelassen. Es handelt sich in diesem Fall um einen sogenannten Off-Label-Use des Präparates, der von gesetzlichen oder privaten Krankenkassen oder Beihilfen in der Regel nicht erstattet wird.
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Umstrittene Wirksamkeit
Hinweis: Bei den oben aufgeführten Diagnose- bzw. Behandlungsverfahren kann es sich eventuell um wissenschaftlich umstrittene und derzeit nicht von allen Experten wissenschaftlich anerkannte Methoden handeln. Die Kosten dieser Anwendungen werden von gesetzlichen oder privaten Krankenkassen oder Beihilfen in der Regel nicht erstattet.
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