
Osteoporose ist die häufigste Knochenerkrankung weltweit. Auch in Deutschland sind mehr als sechs Millionen Menschen betroffen, und die Zahl steigt voraussichtlich weiter an. Der Begriff bedeutet „poröser Knochen“ und wird umgangssprachlich auch „Knochenschwund“ genannt.
Was passiert bei Osteoporose?
Bis etwa zum 30. Lebensjahr nimmt die Knochenmasse zu. Danach ist ein leichter jährlicher Verlust von ungefähr 0,5 bis 1 Prozent normal. Bei Osteoporose baut der Körper jedoch deutlich mehr Knochensubstanz ab – im Extremfall bis zu 6 Prozent pro Jahr. Dadurch werden die Knochen brüchiger, sodass schon geringe Belastungen oder einfache Stürze zu Brüchen führen können.
Ursachen und Risikofaktoren
Medizinisch wird zwischen einer primären und einer sekundären Osteoporose unterschieden. Die primäre Form macht etwa 95 Prozent der Fälle aus. Bei Frauen entsteht sie häufig in den Wechseljahren durch einen Mangel an Östrogen, das für den Knochenstoffwechsel wichtig ist. Mit zunehmendem Alter kann sich bei Frauen und Männern der Knochenabbau zusätzlich beschleunigen, besonders ab etwa 70 Jahren; man spricht dann auch von seniler Osteoporose. In den übrigen Fällen liegt eine sekundäre Osteoporose vor. Hier ist der Knochenschwund die Folge anderer Erkrankungen, etwa einer Schilddrüsenüberfunktion, oder entsteht durch die langfristige Einnahme bestimmter Medikamente wie Kortison oder einiger Antidepressiva. Weitere Faktoren erhöhen das Risiko: Frauen sind aufgrund ihrer feineren Knochenstruktur häufiger betroffen, eine erbliche Veranlagung kann das Risiko steigern, und ein ungesunder Lebensstil mit wenig Bewegung, unausgewogener Ernährung, Rauchen oder Übergewicht begünstigt die Erkrankung zusätzlich.
Symptome und Diagnose
Osteoporose entwickelt sich oft schleichend und bleibt lange unbemerkt. Ein unbeabsichtigter Gewichtsverlust von mehr als zehn Prozent oder Knochenbrüche bei geringer Belastung können erste Hinweise sein. Häufig betroffen sind der Oberschenkelhals und die Wirbelkörper. Damit es gar nicht erst zu schweren Folgen kommt, ist eine frühe Diagnose wichtig. Standard ist die Knochendichtemessung (DXA) an Lendenwirbelsäule und Oberschenkelhals. Dabei wird der sogenannte T-Wert bestimmt, der angibt, wie stark die eigene Knochendichte vom Durchschnitt einer gesunden 30-jährigen Person abweicht. Ab einem T-Wert von -2,5 spricht man von Osteoporose.
Vorbeugung: Das können Sie selbst tun
Die Basis der Vorbeugung ist ein gesunder Lebensstil. Eine ausgewogene Ernährung versorgt die Knochen mit wichtigen Nährstoffen. Besonders Kalzium ist entscheidend und steckt zum Beispiel in Milchprodukten, Brokkoli oder Spinat. Vitamin D unterstützt die Kalziumaufnahme; es kommt in fettreichem Fisch, Eiern und Butter vor, und der Körper kann es mithilfe von Sonnenlicht selbst bilden. Regelmäßige Bewegung stärkt die Knochen und verbessert Muskelkraft und Gleichgewicht. Schon zügiges Gehen oder Schwimmen sind hilfreich. Wer raucht, sollte möglichst ganz darauf verzichten, und ein gesundes Körpergewicht ist ebenfalls wichtig.
Behandlung bei bestehender Osteoporose
Auch nach der Diagnose bleiben Ernährung, ausreichend Vitamin D, Bewegung und Rauchstopp die Grundlage der Therapie. Zusätzlich können Ärztinnen und Ärzte Medikamente verordnen, die die Knochen stärken und den Abbau bremsen. Schmerzen lassen sich – nach ärztlicher Rücksprache – zum Beispiel mit Wirkstoffen wie Ibuprofen oder Diclofenac lindern. Physikalische Maßnahmen wie Massagen sowie Wärme- oder Kältebehandlungen können Beschwerden ergänzend reduzieren.
Wann ärztlichen Rat einholen?
Wer unklare Rückenschmerzen hat, einen Knochenbruch nach einer geringen Belastung erleidet oder in kurzer Zeit deutlich an Gewicht verliert, sollte sich ärztlich untersuchen lassen. Auch bei bekannten Risikofaktoren wie den Wechseljahren, höherem Alter oder einer längerfristigen Einnahme bestimmter Medikamente ist eine Abklärung sinnvoll.
Kurz zusammengefasst
Osteoporose macht die Knochen mit der Zeit brüchig, zeigt anfangs oft keine Symptome und führt deshalb nicht selten erst nach einem Bruch zur Diagnose. Eine frühe Knochendichtemessung schafft Klarheit. Mit einer kalzium- und vitamin-D-reichen Ernährung, regelmäßiger Bewegung, Sonnenlicht, Rauchstopp und – falls nötig – geeigneten Medikamenten lassen sich Knochenbrüche verhindern und die Lebensqualität erhalten.
Zur Bewertung des persönlichen Fraturrisikos hat der Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie e. V: (BVOU) eine App für Sie entwickelt.

Entdecken Sie mit uns die Schattenwelt der Osteoporose, einer oft unterschätzten Krankheit, die jedoch eine globale Herausforderung darstellt. An der Seite von Dr. Uwe de Jager aus Freudenstadt und Dr. Anna-Katharina Doepfer, beide ausgewiesene Experten auf dem Gebiet, gehen wir den Ursachen und Risiken auf den Grund, die unsere Knochen anfällig für Brüche machen.