
Warum der richtige Laufschuh so wichtig ist
Beim Joggen wirken bei jedem Schritt enorme Kräfte auf Ihren Körper – vergleichbar mit einem kleinen Erdbeben der Stärke vier. Ihre Füße federn diese Belastung ab, indem sie das Körpergewicht durch Muskeln und das Fettpolster der Fußsohle auf eine größere Fläche verteilen. Die besondere Form des Fußgewölbes spielt dabei eine entscheidende Rolle.Wie gut Ihre Füße diese Kräfte abfedern können, hängt von Ihrer Fußform und Beweglichkeit ab. Auch der richtige Laufschuh hilft nicht nur, die Belastung auf Ihre Gelenke zu verringern, sondern schützt vor Überlastung und Beschwerden.
Ihr Fußtyp und Laufstil
Jeder Mensch hat einen individuellen Fußtyp. Dieser spielt eine wichtige Rolle für die Auswahl des passenden Laufschuhs. Es gibt drei Haupttypen:
- Plattfuß: Das Fußgewölbe ist flach. Beim Laufen neigt der Fuß oft zu einer starken Drehbewegung nach innen (Pronation), was Probleme verursachen kann.
- Hohlfuß: Das Fußgewölbe ist sehr hoch. Der Fuß ist oft steif und kann die Belastung schlecht abfedern.
- Normalfuß: Hier liegt das Fußgewölbe in einem gesunden, mittleren Bereich.
Zusätzlich beeinflusst der Laufstil, wie der Fuß den Boden berührt. Die meisten Läufer landen zuerst mit der Ferse und rollen dann über den Fuß ab. Bei einigen Läufern kommt es dabei zu einer übermäßigen Bewegung nach innen (starke Pronation), während andere eher über die Außenseite des Fußes laufen.
Wie erkennt man den eigenen Fußtyp und Laufstil?
Eine Laufanalyse oder die Untersuchung der Abnutzung Ihrer alten Laufschuhe kann viel über Ihren Fußtyp und Laufstil verraten:
- Starke Abnutzung an der Außenseite: Sie laufen vermutlich mehr über den Außenrand des Fußes.
- Starke Abnutzung in der Mitte oder innen: Ihr Fuß knickt wahrscheinlich stärker nach innen ein (Pronation).
Beide Varianten können langfristig zu Beschwerden führen, wenn der Schuh nicht optimal angepasst ist.
Der richtige Laufschuh für Sie
Ein gut passender Laufschuh schützt Ihre Füße und Gelenke. Es gibt verschiedene Schuharten, die auf unterschiedliche Bedürfnisse zugeschnitten sind:
- Wettkampfschuhe: Sehr leicht und für schnelle Läufe konzipiert, aber weniger gedämpft – eher für geübte Läufer geeignet.
- Trailschuhe: Ideal für unebenes Gelände wie Wald- oder Schotterwege. Sie bieten guten Halt, sind robust und wasserabweisend.
- Schuhe mit Pronationsstütze: Für Läufer mit einem starken Einknicken des Fußes nach innen. Diese Schuhe stabilisieren das Fußgewölbe und verhindern Überlastung.
- Neutrale Laufschuhe: Besonders gut für Läufer mit einem Hohlfuß oder wenig Bewegung im Fuß. Sie haben eine weiche Dämpfung, um die Aufprallkräfte zu reduzieren – ideal für Läufe auf hartem Untergrund.
Worauf Sie beim Schuhkauf achten sollten
- Größe und Passform: Ihre Füße sind oft unterschiedlich groß. Der Schuh sollte immer dem größeren Fuß passen. Achten Sie darauf, dass zwischen dem längsten Zeh und der Schuhspitze 1 bis 1,5 Zentimeter Platz bleibt.
- Zehenfreiheit: Alle Zehen sollten sich im Schuh frei bewegen und vollständig strecken lassen.
- Testen im Geschäft: Probieren Sie den Schuh mit den Socken an, die Sie beim Laufen tragen. Viele Geschäfte bieten Laufbänder oder Teststrecken an.
- Schnürung: Schnüren Sie den Schuh so, dass er fest sitzt, aber nicht drückt. Die Ösenleder (die Schnürteile) sollten parallel verlaufen.
Wann passt der Schuh?
Ein guter Laufschuh passt, wenn:
- Ihre Fußsohle vollständig vom Schuh gestützt wird und keine Stelle über den Rand hinausragt.
- Der Schuh auch unter Belastung keine Falten wirft.
- Ihre Zehen genügend Platz haben, auch wenn der Fuß beim Abrollen nach vorne rutscht.
Materialien und Eigenschaften von Laufschuhen
Die Qualität eines Laufschuhs hängt von der Sohle und den verwendeten Materialien ab:
- Zwischensohle: Sie besteht meist aus EVA (leicht und gut gedämpft) oder PU (haltbarer, aber schwerer). Oft sind zusätzliche Dämpfungselemente wie Luftpolster integriert.
- Außensohle: Diese ist aus Gummi gefertigt. In stark belasteten Bereichen wird oft haltbarer Karbongummi verwendet.
Wichtige Tipps beim Schuhkauf
- Kaufen Sie Schuhe am Nachmittag oder nach dem Sport. Die Füße sind dann etwas größer, da sie im Laufe des Tages anschwellen.
- Tragen Sie beim Anprobieren Ihre Laufsocken.
- Wechseln Sie Ihre Laufschuhe regelmäßig, um einseitige Belastungen zu vermeiden.
Warum der Schuhwechsel wichtig ist
Regelmäßiges Joggen belastet Ihre Gelenke und Knochen. Gute Laufschuhe schützen davor, aber sie nutzen sich ab. Ein häufiger Wechsel zwischen verschiedenen Modellen mit unterschiedlichen Eigenschaften kann helfen, Überlastungen und Beschwerden vorzubeugen.
Qualität hat ihren Preis
Für gute Laufschuhe sollten Sie mit einem Mindestpreis von 75 Euro rechnen. Günstigere Modelle bieten oft nicht die nötige Dämpfung und Stabilität. Achten Sie darauf, dass die Schuhe keine Materialfehler oder störende Nähte haben.
Mit dem richtigen Schuh, der zu Ihrem Fußtyp und Laufstil passt, schützen Sie Ihre Gelenke und können das Laufen schmerzfrei genießen. Lassen Sie sich bei der Auswahl am besten professionell beraten oder nutzen Sie eine Laufanalyse!