Geschlechtsspezifische Unterschiede in der Rheumatologie

Frauen später diagnostiziert, Männer schwerer betroffen. Zwar haben Frauen häufiger entzündlich-rheumatische Erkrankungen als Männer, dennoch werden die Erkrankungen bei ihnen oft später erkannt.
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Rheumatische Erkrankungen betreffen Frauen und Männer unterschiedlich – sowohl in der Häufigkeit, der Schwere der Symptome als auch in der Behandlung. Hier sind die wichtigsten Punkte, die Sie als Patientin oder Patient wissen sollten:

Frauen erkranken häufiger, erhalten aber später eine Diagnose

  • Frauen leiden häufiger an entzündlich-rheumatischen Erkrankungen wie Rheumatoider Arthritis oder Kollagenosen (z. B. systemischer Lupus erythematodes) als Männer. Trotzdem wird die Diagnose bei Frauen oft später gestellt .
  • Männer erhalten ihre Diagnose oft früher, aber nicht, weil sie häufiger zum Arzt gehen. Vielmehr zeigen sich bei ihnen die Erkrankungen oft mit schwereren Symptomen, wie z. B. Organbeteiligungen (z. B. Nierenprobleme oder Herzbeutelentzündungen).

Unterschiede bei spezifischen Erkrankungen

  • Spondyloarthritiden (SpA): Diese Erkrankung betrifft vor allem die Wirbelsäule. Früher dachte man, sie sei vor allem ein Männerproblem. Heute weiß man, dass Frauen genauso häufig betroffen sind. Allerdings dauert es bei Frauen im Durchschnitt über zwei Jahre länger, bis die Diagnose gestellt wird.
  • Psoriasis-Arthritis: Frauen haben hier häufiger Entzündungen an Gelenken und Sehnenansätzen, während bei Männern größere Hautflächen betroffen sind.
  • Systemischer Lupus erythematodes: Bei Frauen treten die Symptome oft an Haut und Schleimhäuten auf. Männer hingegen entwickeln häufiger schwerwiegende Organbeteiligungen wie Nierenprobleme oder Flüssigkeitsansammlungen im Herz- oder Lungenbereich .

Unterschiede in der Behandlung

  • Männer mit Spondyloarthritiden werden häufiger mit sogenannten TNF-Inhibitoren behandelt. Diese Medikamente wirken bei Frauen jedoch oft weniger gut.
  • Auch bei Rheumatoider Arthritis sprechen Frauen schlechter auf bestimmte Therapien an als Männer.

Begleiterkrankungen (Komorbiditäten)

  • Frauen mit rheumatischen Erkrankungen leiden häufiger an Osteoporose, Depressionen oder Schilddrüsenerkrankungen.
  • Männer hingegen haben häufiger Begleiterkrankungen wie Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Warum ist das wichtig?

Diese Unterschiede zeigen, dass das Geschlecht eine wichtige Rolle bei der Diagnose und Behandlung rheumatischer Erkrankungen spielt. Ärztinnen und Ärzte müssen diese Unterschiede berücksichtigen, um die bestmögliche Therapie für jeden Patienten zu finden. Die Forschung arbeitet daran, diese Erkenntnisse in die medizinischen Leitlinien und Behandlungsstrategien einfließen zu lassen .

Wenn Sie Fragen zu Ihrer Erkrankung oder Behandlung haben, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Es ist wichtig, dass Ihre Therapie individuell auf Sie abgestimmt wird!

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