Ernährung und Rheuma – Was Sie als Patient wissen sollten

Kann die richtige Ernährung Rheuma-Beschwerden lindern? Unser Artikel zeigt, wie eine mediterrane Ernährungsweise die Rheumatherapie sinnvoll unterstützen kann, welche Lebensmittel empfehlenswert sind – und warum Medikamente trotzdem unersetzlich bleiben. Entdecken Sie wissenschaftlich fundierte Tipps für mehr Wohlbefinden im Alltag mit Rheuma!
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Wie kann Ernährung die Rheumatherapie unterstützen?

Viele Menschen mit Rheuma fragen sich, ob sie mit der richtigen Ernährung ihre Beschwerden lindern oder den Verlauf der Erkrankung positiv beeinflussen können. Tatsächlich gibt es viele Empfehlungen und Ratgeber zu diesem Thema. Wissenschaftlich eindeutig bewiesen ist der Einfluss der Ernährung auf die Rheumaaktivität zwar nicht, aber es gibt Hinweise, dass bestimmte Ernährungsweisen unterstützend wirken können. Die wichtigste Botschaft: Ernährung kann die medikamentöse Behandlung nicht ersetzen, aber sinnvoll ergänzen.

Die mediterrane Ernährung – was ist das?

Die besten wissenschaftlichen Hinweise gibt es für die sogenannte mediterrane Ernährung. Diese Ernährungsweise ist reich an Obst, Gemüse, Hülsenfrüchten, Nüssen und Vollkornprodukten. Fisch und Geflügel werden in Maßen gegessen, rotes Fleisch (wie Rind oder Schwein) nur selten. Typisch ist auch, dass wenig tierische Fette (wie Butter) und wenig Zucker verwendet werden. Stattdessen kommen pflanzliche Öle wie Olivenöl zum Einsatz.

Vorteile der mediterranen Ernährung:

  • Sie kann das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und bestimmte Krebsarten senken.
  • Auch bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen wie rheumatoider Arthritis, Schuppenflechte mit Gelenkbeteiligung oder Lupus gibt es Hinweise auf eine leichte Besserung der Beschwerden. Die Effekte sind zwar meist nicht sehr groß, betreffen aber sowohl messbare Entzündungswerte als auch das persönliche Wohlbefinden

Welche Lebensmittel sind günstig – und welche sollte man meiden?

Empfohlen werden:

  • Viel frisches Gemüse und Obst (mindestens 5 Portionen am Tag)
  • Hülsenfrüchte (z. B. Linsen, Bohnen, Kichererbsen)
  • Nüsse und Samen
  • Vollkornprodukte (z. B. Vollkornbrot, Naturreis)
  • Fisch (vor allem fettreiche Sorten wie Lachs, Hering, Makrele, 1–2 Mal pro Woche)
  • Pflanzliche Öle (z. B. Olivenöl, Rapsöl, Leinöl)
  • Fettarme Milchprodukte (in Maßen)

Weniger günstig sind:

  • Rotes Fleisch und Wurstwaren (maximal 1–2 Mal pro Woche)
  • Eier (nur selten, da sie viel Arachidonsäure enthalten)
  • Butter und andere tierische Fette
  • Weißmehlprodukte und Zucker (z. B. Weißbrot, Süßigkeiten)
  • Stark verarbeitete Lebensmittel

Warum?

Bestimmte tierische Fette enthalten sogenannte Arachidonsäure, die Entzündungen im Körper fördern kann. Pflanzliche Öle und Fisch liefern dagegen Omega-3-Fettsäuren, die entzündungshemmend wirken.

Gibt es „verbotene“ Lebensmittel?

Es gibt keine Lebensmittel, die für alle Rheuma-Patienten grundsätzlich verboten sind. Manche Menschen reagieren aber empfindlich auf bestimmte Nahrungsmittel. Ein Ernährungstagebuch kann helfen, persönliche Auslöser zu erkennen.

Was ist mit Fasten oder speziellen Diäten?

Kurzzeitiges Fasten kann bei manchen Patienten die Beschwerden vorübergehend lindern, sollte aber nur unter ärztlicher Aufsicht und nicht bei Untergewicht oder in akuten Krankheitsschüben durchgeführt werden. Spezielle Diäten wie die ketogene Ernährung oder Heilfasten sind wissenschaftlich noch nicht ausreichend untersucht und nicht für jeden geeignet.

Wichtige Hinweise

  • Ernährungsumstellungen sollten immer mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin besprochen werden.
  • Die Ernährung kann die medikamentöse Therapie unterstützen, aber nicht ersetzen.
  • Eine ausgewogene Ernährung hilft auch, Begleiterkrankungen wie Herz-Kreislauf-Probleme oder Osteoporose vorzubeugen.

Eine mediterrane, pflanzenbetonte Ernährung mit wenig tierischen Fetten und viel frischem Gemüse, Obst, Fisch und pflanzlichen Ölen kann die Rheumatherapie sinnvoll unterstützen. Sie ersetzt aber keine Medikamente. Sprechen Sie bei Fragen immer mit Ihrem Behandlungsteam!

Quelle: Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie

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