E-Scooter: Ein unterschätztes Risiko für Kinder und Jugendliche

E-Scooter gelten vielen als praktisches und modernes Fortbewegungsmittel – doch die Realität in den Kinderkliniken erzählt eine andere Geschichte. Was als harmloser Freizeitspaß beginnt, führt jedes Jahr tausende junge Menschen in die Notaufnahme.
©Eva Corbella - stock.adobe.com

Die alarmierenden Zahlen

In Deutschland verunglücken jährlich über 2.500 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren mit E-Scootern. Besonders betroffen sind Teenager zwischen 15 und 18 Jahren mit über 1.500 Unfällen pro Jahr. Doch auch jüngere Kinder unter 15 Jahren sind stark gefährdet: Obwohl E-Scooter erst ab 14 Jahren erlaubt sind, verunglücken 500 bis 600 jüngere Kinder damit – das entspricht etwa 38 Prozent aller jugendlichen E-Scooter-Unfälle.

Warum passieren diese Unfälle?

Die meisten schweren Unfälle entstehen ohne fremde Einwirkung – durch Gleichgewichtsverlust oder Selbstüberschätzung. Häufig fahren Jugendliche zu zweit auf einem Roller oder nutzen die Geräte auf privaten Wegen. Das größte Problem: E-Scooter haben kleine Räder, die extrem empfindlich auf Schlaglöcher, Bordsteinkanten oder nasses Laub reagieren. Ein kleiner Fehler führt schnell zum Sturz.

Die schweren Folgen

Besonders besorgniserregend ist die Art der Verletzungen. Bei etwa 31 Prozent der Unfälle entstehen klinisch schwere Verletzungen, und rund 14 Prozent der Fälle erfordern einen Krankenhausaufenthalt. Die häufigsten Verletzungen sind:

  • Kopfverletzungen
  • Bauchverletzungen
  • Knochenbrüche im Rumpfbereich

Kinderchirurgen berichten, dass E-Scooter inzwischen das Trampolin als häufigste Ursache für schwere Freizeitverletzungen abgelöst haben.

Was müsste sich ändern?

Fachleute fordern drei wichtige Maßnahmen:

  1. Helmpflicht ohne Ausnahmen – Jede Fahrt sollte mit Helm erfolgen
  2. Altersgrenze von 14 Jahren – Jüngere Kinder sollten E-Scooter nicht nutzen dürfen
  3. Sicherheitstrainings – Speziell für Kinder und Jugendliche, um Gefahrenbremsung, Ausweichmanöver und Verkehrsregeln zu vermitteln

Das Wichtigste für Eltern

E-Scooter sind keine harmlosen Spielzeuge. Sie erfordern Geschick, Erfahrung und vor allem Schutzausrüstung. Wenn Ihre Kinder E-Scooter fahren möchten, investieren Sie in einen guten Helm und ermutigen Sie sie zu professionellen Sicherheitstrainings. So lässt sich das Unfallrisiko deutlich senken.

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