
Die Fehlstellung entsteht häufig durch eine Schwächung der Muskeln oder Sehnen, Überlastung oder genetische Veranlagung. In seiner Extremform spricht man von einem Plattfuß, bei dem die gesamte Fußsohle den Boden berührt.
Sie kann einzeln auftreten oder mit anderen Fehlstellungen wie einem Knickfuß kombiniert sein. Dann spricht man von einem Knick-Senkfuß.
Ein Senkfuß kann unbemerkt entstehen und den Alltag erheblich beeinträchtigen. Doch was sind die häufigsten Ursachen, und wie lässt sich das Risiko minimieren? Erfahren Sie, warum schwache Fußmuskulatur, Übergewicht und andere Faktoren eine Rolle spielen – und wie Sie Ihre Füße wieder in Form bringen können.
Ursachen und Risikofaktoren
Schwäche der Fußmuskulatur: Die Fußmuskulatur spielt eine zentrale Rolle bei der Stabilisierung des Fußgewölbes. Eine unzureichend trainierte oder geschwächte Muskulatur kann das Fußskelett nicht ausreichend stützen, wodurch das Längsgewölbe absinkt.
Bewegungsmangel und seltenes Barfußlaufen: Bewegungsmangel und das Tragen von Schuhen, die die natürliche Fußbewegung einschränken, führen dazu, dass die Fußmuskulatur nicht ausreichend beansprucht wird. Besonders seltenes Barfußlaufen wird als Risikofaktor genannt, da es die natürliche Kräftigung der Füße verhindert.
Übergewicht: Übergewicht erhöht die Belastung auf die Füße und kann das Fußgewölbe langfristig schwächen. Dies ist ein häufiger Risikofaktor, insbesondere bei Erwachsenen.
Schwäche von Bändern und Bindegewebe: Eine generelle Schwäche des Bindegewebes oder der Bänder kann das Fußgewölbe instabil machen. Diese Schwäche kann genetisch bedingt sein oder im Laufe des Lebens durch Überlastung entstehen.
Falsches Schuhwerk: Schuhe, die den Fuß nicht ausreichend stützen oder die natürliche Bewegung einschränken, wie z. B. enge oder hohe Schuhe, können die Entwicklung eines Senkfußes fördern.
Dauerhafte Belastung: Langes Stehen auf harten Böden oder Aktivitäten, die den Fuß stark belasten, können das Fußgewölbe überbeanspruchen und zu einem Senkfuß führen.
Alter und Elastizitätsverlust: Mit zunehmendem Alter nimmt die Elastizität der Sehnen und Bänder ab, was das Risiko für einen Senkfuß erhöht. Dies betrifft vor allem Menschen mit schwachem Bindegewebe oder instabilen Bändern.
Genetische und medizinische Faktoren: Bestimmte genetische Störungen wie Trisomie 21 (Down-Syndrom) oder Erkrankungen wie Diabetes, rheumatische Erkrankungen und neurologische Störungen können das Risiko für einen Senkfuß erhöhen. Diese Faktoren beeinflussen oft die Muskelspannung oder die Stabilität der Bänder.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass ein Senkfuß meist durch eine Kombination aus muskulärer Schwäche, Überlastung und äußeren Einflüssen wie falschem Schuhwerk oder Bewegungsmangel entsteht. Risikofaktoren wie Übergewicht, genetische Veranlagung und Alter spielen ebenfalls eine wichtige Rolle.

Symptome
Hier sind die häufigsten Beschwerden und Veränderungen, die bei einem Senkfuß auftreten können:
Sichtbare Veränderungen am Fuß
- Abflachung des Fußlängsgewölbes: Das Längsgewölbe des Fußes, das sich von der Ferse bis zum Fußballen erstreckt, ist abgesenkt. In schweren Fällen kann der gesamte Fußbogen den Boden berühren.
- Einknicken der Ferse nach innen: Häufig kippt die Ferse nach innen, was den Fuß schief wirken lässt. Dies wird oft als Knick-Senkfuß bezeichnet.
- Hervorstehender Innenknöchel: Durch die Fehlstellung kann der Innenknöchel stärker hervortreten.
Schmerzen und Beschwerden
- Schmerzen am inneren Fußrand und an der Ferse: Diese treten häufig durch die Fehlbelastung des Fußes auf.
- Müde und schmerzende Füße: Besonders nach längerer Belastung fühlen sich die Füße schwer und erschöpft an.
- Schwellungen unterhalb des Innenknöchels: Wenn die Sehne des hinteren Schienbeinmuskels betroffen ist, können Schwellungen und Kraftverlust auftreten.
- Zunehmende Schmerzen bei Belastung: Mit fortschreitender Fehlstellung können die Schmerzen intensiver werden, insbesondere wenn der Fuß das Körpergewicht tragen muss.
Auswirkungen auf das Gangbild
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Verändertes Gangbild: Schmerzen und die Fehlstellung können dazu führen, dass Betroffene ihr Gangbild anpassen. Dies kann wiederum Beschwerden in anderen Körperbereichen wie den Knien, Hüften oder dem Rücken verursachen.
Fortschreitende Symptome
- Zunahme der Beschwerden im Verlauf: Zu Beginn verursacht ein Senkfuß oft nur geringe Beschwerden. Mit der Zeit können die Symptome jedoch zunehmen, insbesondere wenn keine Behandlung erfolgt. In schweren Fällen kann sich ein vollständiger Plattfuß entwickeln.
Die Symptome eines Senkfußes reichen von sichtbaren Veränderungen wie einer Abflachung des Fußgewölbes und einem Einknicken der Ferse bis hin zu Schmerzen, Schwellungen und einem veränderten Gangbild. Besonders unter Belastung können die Beschwerden zunehmen, und ohne Behandlung kann sich die Fehlstellung verschlimmern.
Diagnose
Die Diagnose eines Senkfußes basiert auf einer gründlichen klinischen Untersuchung, ergänzt durch bildgebende Verfahren wie Röntgen oder MRT, falls nötig. Der Zehenspitzenstand-Test und die Druckmessung sind wichtige Werkzeuge, um die Art und Schwere der Fehlstellung zu bestimmen.
Anamnese (Diagnosegespräch)
- Der Arzt beginnt mit einem Gespräch, um die Beschwerden des Patienten zu verstehen. Dabei werden Symptome wie Schmerzen, Schwellungen oder Einschränkungen der Beweglichkeit erfragt. Auch die Krankengeschichte und mögliche Risikofaktoren wie Übergewicht oder Vorerkrankungen werden berücksichtigt.
Klinische Untersuchung
- Inspektion des Fußes: Der Arzt untersucht den Fuß im Stand und in Bewegung, um sichtbare Fehlstellungen wie das Abflachen des Fußgewölbes oder das Einknicken der Ferse zu erkennen.
- Abtasten des Fußes: Durch Abtasten werden schmerzhafte Stellen, Schwellungen oder Einschränkungen der Beweglichkeit festgestellt.
- Zehenspitzenstand-Test: Der Patient wird gebeten, auf die Zehenspitzen zu stehen. Dies hilft, zwischen flexiblen und rigiden Fehlstellungen zu unterscheiden. Ein flexibler Senkfuß zeigt im Zehenspitzenstand oft eine Wiederherstellung des Fußgewölbes, während dies bei rigiden Fehlstellungen ausbleibt.
Bildgebende Verfahren
- Röntgen: Wird eingesetzt, um die genaue Stellung der Knochen und Gelenke zu beurteilen. Es hilft, die Schwere der Fehlstellung zu bestimmen und andere Ursachen wie Verletzungen oder Arthrose auszuschließen.
- MRT oder CT: Diese Verfahren können bei Verdacht auf Schäden an Sehnen (z. B. der Tibialis-posterior-Sehne) oder bei komplexeren Fällen eingesetzt werden.
- Statische Druckmessung: Mit speziellen Plattformen wird die Druckverteilung im Fuß gemessen, um die Belastungsachse und die Funktion des Fußes zu analysieren.
Spezielle Diagnostik bei Kindern
- Bei Kindern wird oft beobachtet, ob das Fußgewölbe im Gehen durch natürliche Korrekturmechanismen wiederhergestellt wird. Dies kann mithilfe von Barfuß-Plattformsystemen überprüft werden.
Therapie
Die Behandlung eines Senkfußes richtet sich nach der Schwere der Fehlstellung, dem Alter des Patienten und den individuellen Beschwerden. In den meisten Fällen wird eine konservative Therapie bevorzugt, während operative Maßnahmen nur in schweren Fällen notwendig sind. Hier sind die wichtigsten Therapieansätze:
Konservative Therapie
Die konservative Behandlung zielt darauf ab, das Fußgewölbe zu stabilisieren, Schmerzen zu lindern und die Funktion des Fußes zu verbessern.
- Orthopädische Einlagen: Individuell angepasste Einlagen stützen das Fußgewölbe, korrigieren die Fehlstellung und optimieren die Fersenführung. Sensomotorische Einlagen können zusätzlich die Muskulatur aktivieren.
- Physiotherapie und Übungen: Spezielle Übungen stärken die Fußmuskulatur und stabilisieren das Fußlängsgewölbe. Beispiele sind der Einbeinstand oder Übungen auf instabilen Unterlagen, um die Balance und die Fußmuskulatur zu trainieren.
- Barfußlaufen: Besonders bei Kindern wird empfohlen, so oft wie möglich barfuß zu laufen, um die natürliche Fußmuskulatur zu fördern.
- Schuhwerk: Passendes Schuhwerk mit stützender Funktion kann helfen, die Belastung des Fußes zu reduzieren und die Fehlstellung zu korrigieren.
- Entzündungshemmende Maßnahmen: Bei begleitenden Entzündungen, z. B. der Sehnen, können entzündungshemmende Therapien wie Medikamente oder physikalische Anwendungen (z. B. Kältebehandlungen) eingesetzt werden.
Funktionelle Therapie
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Spiraldynamik: Diese Methode kombiniert gezielte Bewegungsübungen mit einer bewussten Ausrichtung des Fußes. Ziel ist es, die Ferse ins Lot zu bringen und das Fußlängsgewölbe aktiv zu stabilisieren.
Operative Therapie
Eine Operation wird nur in schweren Fällen oder bei anhaltenden Beschwerden trotz konservativer Maßnahmen in Betracht gezogen. Mögliche Eingriffe umfassen:
- Korrektur der Knochenstellung (z. B. Osteotomien).
- Rekonstruktion oder Verstärkung der Sehnen, insbesondere der Tibialis-posterior-Sehne.
- Versteifung von Gelenken (Arthrodese) bei schweren Fehlstellungen.
Therapie bei Kindern
Bei Kindern wird oft auf eine natürliche Korrektur durch Wachstum und Bewegung gesetzt. Unterstützend können Einlagen, Barfußlaufen und physiotherapeutische Übungen eingesetzt werden.
Die Therapie eines Senkfußes ist in den meisten Fällen konservativ und umfasst orthopädische Einlagen, Physiotherapie, funktionelle Übungen und passendes Schuhwerk. Operative Maßnahmen sind selten und nur bei schweren Fehlstellungen notwendig. Eine frühzeitige Behandlung, insbesondere bei Kindern, kann langfristige Beschwerden verhindern.
FAQ: Häufig gestellte Fragen zum Thema Senkfuß
Was ist ein Senkfuß?
Ein Senkfuß (Pes planus) entsteht, wenn das Fußgewölbe absinkt und der Fuß mehr Kontakt mit dem Boden hat als normalerweise. Dabei verliert der Fuß seine natürliche Wölbung und Stabilität. In fortgeschrittenen Fällen kann dies zu Schmerzen und Haltungsschäden führen.
Wann sollte ich zum Arzt gehen?
Wenn du anhaltende Schmerzen in den Füßen hast, sich deine Fußform sichtbar verändert oder du Probleme beim Gehen hast, ist ein Besuch beim Orthopäden ratsam.