Plattfuß (pes planus)

Ein Plattfuß ist eine Fußfehlstellung, bei der das Fußlängsgewölbe vollständig eingesunken ist. Dadurch berührt die gesamte Fußsohle den Boden, insbesondere bei der Abrollbewegung. Diese Fehlstellung kann sowohl angeboren als auch erworben sein.

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Ursachen

Ein Plattfuß kann entweder angeboren oder erworben sein. Die Ursachen und Risikofaktoren variieren je nach Form, wobei der erworbene häufiger vorkommt. Hier sind die wichtigsten Faktoren:

Angeborene Ursachen

  • Genetische Veranlagung: Eine familiäre Häufung von Plattfüßen deutet auf genetische Ursachen hin. Die Fußstruktur kann vererbt werden.
  • Fehlbildungen: Angeborene Fehlbildungen wie Hüftverrenkungen oder ein offener Rücken (Spina bifida) können mit einem Plattfuß einhergehen.
  • Bindegewebserkrankungen: Angeborene Erkrankungen des Bindegewebes, wie sie z. B. bei Trisomie 21 (Down-Syndrom) auftreten, erhöhen das Risiko.

Erworbene Ursachen

  • Schwäche der Fußmuskulatur und Sehnen: Eine unzureichend trainierte Fußmuskulatur oder eine Schwäche der Tibialis-posterior-Sehne (hinterer Schienbeinmuskel) kann das Fußgewölbe absinken lassen.
  • Übergewicht: Übermäßiges Körpergewicht belastet die Füße und kann das Fußgewölbe langfristig schädigen.
  • Verletzungen oder Überlastung: Extremsportler oder Menschen, die ihre Füße dauerhaft hohen Belastungen aussetzen, entwickeln häufiger einen Plattfuß. Verletzungen der Sehnen oder Bänder können ebenfalls eine Rolle spielen.
  • Alter und Elastizitätsverlust: Mit zunehmendem Alter verlieren Sehnen und Bänder an Elastizität, was das Risiko für einen Plattfuß erhöht.
  • Fehlstellungen in anderen Gelenken: Kniefehlstellungen wie X- oder O-Beine können die Belastung auf den Fuß verändern und einen Plattfuß begünstigen.
  • Diabetes mellitus: Diabetes kann die Durchblutung und die Elastizität des Gewebes beeinträchtigen, was die Entstehung eines Plattfußes fördern kann.

Risikofaktoren

  • Genetische Prädisposition: Menschen mit einer familiären Veranlagung haben ein höheres Risiko, einen Plattfuß zu entwickeln.
  • Bindegewebsschwäche: Ein schwaches Bindegewebe oder instabile Bänder begünstigen die Fehlstellung.
  • Bewegungsmangel: Fehlende Bewegung und mangelndes Training der Fußmuskulatur können das Fußgewölbe schwächen

Die häufigsten Ursachen sind genetische Veranlagung, Schwäche der Fußmuskulatur und Sehnen, Übergewicht sowie altersbedingte Veränderungen. Risikofaktoren wie Diabetes, Verletzungen oder Fehlstellungen in anderen Gelenken können die Entstehung zusätzlich fördern.

Symptome

Ein Plattfuß kann unterschiedliche Symptome hervorrufen, die je nach Ausprägung und Ursache variieren. In vielen Fällen treten zunächst keine Beschwerden auf, insbesondere bei einem flexiblen Plattfuß. Wenn jedoch Symptome auftreten, sind diese häufig durch Schmerzen und Bewegungseinschränkungen gekennzeichnet. Die Schmerzen treten oft nach längerer Belastung wie Gehen oder Stehen auf und konzentrieren sich typischerweise auf die Innenseite des Fußes oder den Rückfußbereich.

Bei angeborenen Plattfüßen können bereits frühzeitig Fehlstellungen sichtbar sein, wie eine nach außen gekrümmte Fußsohle oder eine hochstehende Ferse. Diese Fehlstellungen können die Beweglichkeit einschränken und dazu führen, dass Kinder später laufen lernen. Mit zunehmendem Alter können Schmerzen und weitere Bewegungseinschränkungen hinzukommen.

Erwachsene mit einem erworbenen Plattfuß klagen häufig über belastungsabhängige Schmerzen, insbesondere während der Phase, in der sich das Fußgewölbe absenkt. Sobald die Fußsohle vollständig aufliegt, können die Beschwerden jedoch abnehmen.

Zusätzlich können Schmerzen nicht nur im Fuß selbst, sondern auch in angrenzenden Bereichen wie den Knien, Waden, Oberschenkeln oder sogar im Rücken auftreten, da die Fehlstellung des Fußes die gesamte Körperstatik beeinflussen kann.

In schwereren Fällen, wie beim kontrakten Plattfuß, können belastungsabhängige Schmerzen im Rück- und Mittelfuß auftreten, begleitet von einer zunehmenden Fehlstellung des Fußes und gelegentlich schmerzhaften Muskelspastiken.

Zusätzlich gibt es Mischformen wie den Knick-Plattfuß, bei dem neben dem eingesunkenen Längsgewölbe auch eine Abweichung der Ferse nach innen (Knickfuß) vorliegt. Diese Kombination führt zu einer verstärkten Fehlbelastung des Fußes.

Diagnose

Ein Plattfuß wird in der Regel durch eine klinische Untersuchung diagnostiziert. Dabei kann der Arzt oder Orthopäde die typischen Merkmale des Plattfußes bereits mit bloßem Auge erkennen. Zu diesen Merkmalen gehören ein abgesunkenes oder fehlendes Fußlängsgewölbe, eine nach außen kippende Ferse und in schweren Fällen ein nahezu vollständiges Aufliegen des Fußinnenrands auf dem Boden.

Zusätzlich kann die Diagnose durch eine körperliche Untersuchung ergänzt werden, bei der spezifische Auffälligkeiten wie ein "doppelter Innenknöchel" sichtbar werden. In manchen Fällen wird auch eine Bildgebung, wie Röntgenaufnahmen, eingesetzt, um die genaue Fehlstellung zu beurteilen. Beispielsweise kann bei einem angeborenen Plattfuß ein sogenannter "Talus verticalis" im Röntgenbild sichtbar sein.

Bei Kindern wird die Untersuchung oft am belasteten und unbelasteten Fuß durchgeführt, um die Flexibilität des Fußes zu beurteilen. Hierbei können Tests wie der Zehenspitzenstand oder das passive Anheben der Großzehe helfen, die Diagnose zu bestätigen.

In der Regel ist eine teure Computeranalyse nicht notwendig, da die Diagnose durch die klinische Untersuchung ausreichend präzise gestellt werden kann.

Therapie

Ein Plattfuß kann je nach Schweregrad und Ursache mit verschiedenen Therapieansätzen behandelt werden. Diese lassen sich in konservative und operative Maßnahmen unterteilen.

Konservative Therapie

Die konservative Behandlung ist die erste Wahl, insbesondere wenn keine starken Beschwerden oder fortgeschrittene Fehlstellungen vorliegen.

  • Orthopädische Einlagen:
    Orthopädische Schuheinlagen, die das Längsgewölbe des Fußes stützen, sind eine häufige Maßnahme. Diese sogenannten „Supinationsstützen“ helfen, den Fuß in eine gesunde Haltung zu bringen und die Belastung beim Gehen zu normalisieren. Die Einlagen können individuell angepasst werden und tragen auch zur Stärkung der Fußmuskulatur bei.
  • Physiotherapie und Fußübungen:
    Spezielle Übungen zur Kräftigung der Fuß- und Beinmuskulatur können helfen, die Fehlstellung zu korrigieren und Beschwerden zu lindern. Diese Übungen werden oft von Physiotherapeuten angeleitet. Beispiele sind Greifübungen mit den Zehen oder das gezielte Anheben des Fußgewölbes.
  • Krankengymnastik:
    Krankengymnastische Maßnahmen fördern die Beweglichkeit und Stabilität des Fußes und können insbesondere bei Kindern das Wachstum in die richtige Richtung lenken.
  • Schuhversorgung:
    Spezielle Schuhe mit stützenden Eigenschaften können die Belastung des Fußes reduzieren und die Haltung verbessern.
  • Medikamentöse Behandlung:
    Bei entzündlichen Beschwerden, z. B. durch Überlastung der Sehnen, können entzündungshemmende Medikamente oder Gipsruhigstellungen eingesetzt werden.

Operative Therapie

Wenn konservative Maßnahmen nicht ausreichen oder der Plattfuß stark ausgeprägt ist, kann eine Operation notwendig sein.

  • Kinder und Jugendliche:
    Bei jungen Patienten kann ein Abstandhalter (Spacer) zwischen dem Fersenbein und dem Sprungbein eingesetzt werden, um das Fußwachstum in die richtige Richtung zu lenken.
  • Erwachsene:
    In fortgeschrittenen Stadien oder bei starken Beschwerden können operative Eingriffe wie die Korrektur der Fußknochen oder die Stabilisierung der Sehnen durchgeführt werden.

Alternative Ansätze

  • Spiraldynamik-Therapie:
    Diese Methode setzt auf funktionelle Bewegungsübungen, um die Fußstellung zu verbessern. Studien zur Wirksamkeit bei Plattfußfehlstellungen sind jedoch begrenzt.

Die Wahl der Therapie hängt vom Alter, der Ursache und dem Schweregrad des Plattfußes ab. Konservative Maßnahmen wie Einlagen, Physiotherapie und Fußübungen sind oft ausreichend, während operative Eingriffe bei schweren Fällen oder ausbleibendem Erfolg der konservativen Therapie notwendig sein können.

FAQ - Häufig gestellt Fragen zum Thema Plattfuß

Was ist ein Plattfuß?

Ein Plattfuß (medizinisch: Pes planus) ist eine Fußfehlstellung, bei der das Fußgewölbe abgeflacht ist. Normalerweise hat der Fuß ein Längsgewölbe, das den Fuß stabilisiert und das Gewicht gleichmäßig verteilt. Bei einem Plattfuß liegt dieses Gewölbe entweder ganz oder teilweise auf dem Boden auf, was zu einer ungleichmäßigen Belastung führen kann.

Welche Ursachen hat ein Plattfuß?

Ein Plattfuß kann angeboren oder erworben sein. Angeborene Plattfüße entstehen durch genetische Veranlagung oder strukturelle Probleme während der Entwicklung des Skeletts. Erworbene Plattfüße können durch Verletzungen, Übergewicht, übermäßige Belastung, schwache Sehnen (insbesondere der Tibialis-posterior-Sehne) oder altersbedingte Veränderungen entstehen. Auch bestimmte Krankheiten, wie Rheuma oder Diabetes, können das Risiko erhöhen.

Wie erkenne ich, ob ich einen Plattfuß habe?

Ein Plattfuß wird oft durch Schmerzen oder Beschwerden im Fußgewölbe oder in der Ferse bemerkt. Ein weiteres Anzeichen ist eine sichtbare Abflachung des Fußgewölbes, insbesondere wenn man steht. Manchmal können auch Rückenschmerzen oder Probleme in den Knien auftreten, da die Fehlstellung den gesamten Bewegungsapparat beeinflussen kann. Ein einfacher Test besteht darin, nach dem Duschen auf einem trockenen Boden zu stehen und den Fußabdruck zu betrachten. Wenn das Fußgewölbe kaum sichtbar ist, könnte ein Plattfuß vorliegen.

Ist ein Plattfuß gefährlich?

Nicht jeder Plattfuß ist problematisch. Viele Menschen leben beschwerdefrei mit einem Plattfuß. Allerdings kann ein unbehandelter Plattfuß langfristig zu Schmerzen, Fehlstellungen und Problemen in anderen Gelenken wie Knien, Hüften oder der Wirbelsäule führen. Bei starken Beschwerden oder Begleiterkrankungen sollte ein Arzt konsultiert werden.

Wie wird ein Plattfuß behandelt?

Die Behandlung hängt davon ab, ob der Plattfuß Schmerzen oder andere Probleme verursacht. In vielen Fällen helfen spezielle Einlagen, die das Fußgewölbe stützen und die Belastung reduzieren. Physiotherapie kann die Muskulatur stärken und die Beweglichkeit verbessern. Bei schweren Fällen, insbesondere wenn konservative Maßnahmen keine Linderung bringen, kann eine Operation in Betracht gezogen werden. Diese zielt darauf ab, die Fehlstellung zu korrigieren und Schmerzen zu reduzieren.

Kann man einen Plattfuß vorbeugen?

Es gibt keine absolute Garantie, einen Plattfuß zu verhindern, aber einige Maßnahmen können das Risiko verringern. Dazu gehören regelmäßiges Barfußlaufen auf unebenem Untergrund, gezielte Fußgymnastik zur Stärkung der Fußmuskulatur und das Tragen von geeignetem Schuhwerk mit ausreichend Unterstützung. Zudem sollte Übergewicht vermieden werden, da es den Druck auf die Füße erhöht.

Wer sollte einen Arzt aufsuchen?

Wenn ein Plattfuß mit Schmerzen oder Bewegungseinschränkungen verbunden ist, sollte ein Arzt konsultiert werden. Auch bei plötzlich auftretenden Beschwerden oder einer Verschlechterung der Fußform ist eine ärztliche Abklärung wichtig, um mögliche Ursachen wie Sehnenschäden auszuschließen.

Hinweise für Patienten

Dieser Lexikoneintrag enthält nur allgemeine Informationen und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.

Off-Label-Use
Hinweis: Die Anwendung des oder der oben genannten Arzneimittel ist für die aufgeführten Indikationen eventuell nicht offiziell zugelassen. Es handelt sich in diesem Fall um einen sogenannten Off-Label-Use des Präparates, der von gesetzlichen oder privaten Krankenkassen oder Beihilfen in der Regel nicht erstattet wird.
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Umstrittene Wirksamkeit
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