Suche nach neuen Strategien gegen Arthrose

07.02.2017

Forscher aus drei verschiedenen Ländern suchen gemeinsam nach neuen Wegen, um Kniearthrose frühzeitig diagnostizieren zu können.
Kick-off-Meeting des internationalen Forschungsprojekts in Magdeburg © Universitätsklinikum Magdeburg

Magdeburg – An der Orthopädischen Universitätsklinik Magdeburg ist ein Forschungsprojekt mit internationalen Kooperationspartnern gestartet. Wissenschaftler aus Indien und Estland forschen gemeinsam mit ihren deutschen Fachkollegen nach neuartigen Wegen zur frühzeitigen Diagnose von Knorpelverschleiß an Kniegelenken. Das Projekt wird mit rund 450.000 Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.

„Es sollen neuartige Biomarker identifiziert und validiert werden, mit denen der drohende Gelenkkollaps frühzeitig erkannt werden kann“, erklärt der Projektleiter und Direktor der Orthopädischen Uniklinik, Prof. Dr. Christoph Lohmann, das Ziel des Forschungsnetzwerks. „Wir werden genetische Risikofaktoren analysieren und auch eine große Zahl von Patienten mit bestimmten Fettsäuren als Nahrungsergänzungsmittel versorgen, in der Hoffnung, dass der Knorpelverschleiß verhindert oder hinausgezögert werden kann.“

Die Arthrose des Kniegelenkes wird als der vierthäufigste Grund für den endoprothetischen Kniegelenksersatz angegeben. Weltweit leiden mehr als 150 Millionen Menschen an Gonarthrose, bei den über 60-Jährigen ist die Zahl noch größer (17 Prozent weltweit). In 30 Prozent der Fälle führt Arthrose zu schwerer Gehbehinderung oder sogar Gehunfähigkeit. Experten gehen davon aus, dass die Zahl der Arthrose-Patienten aufgrund der alternden Gesellschaft in Zukunft erheblich steigen wird.

Arthrose frühzeitig erkennen und vorbeugen

„Bis heute gibt es noch keine effektive Behandlung, um die Osteoarthrose zu heilen oder zumindest das Fortschreiten der Erkrankung nachweislich zu hemmen, sodass die Lebensqualität der Patienten verbessert werden kann“, erklärt Prof. Dr. Jessica Bertrand, Leiterin Experimentelle Orthopädie. Hilfreich seien präventive Maßnahmen wie Lebensstiländerungen, Gewichtsabnahme und Bewegungstherapien. „Doch dazu müsste die Krankheit bereits in einem frühen Stadium erkannt werden, in dem sie noch keine Schmerzen verursacht. Hierfür wollen wir die Biomarker identifizieren“, so Bertrand.

Vor kurzem fand in Magdeburg das Kick-off-Meeting des Projekts mit den Partnern aus Estland und Indien statt. Darüber hinaus sind auch Ärzte der National University of Singapore in das Forschungsnetzwerk eingebunden. Mit diesen arbeiten die Magdeburger Orthopäden bereits seit mehreren Jahren eng zusammen. So forschte der orthopädische Chirurg Dr. Gurpal Singh, der das neue Projekt als Partner in Singapur betreut, im Rahmen eines zweijährigen Aufenthaltes bei den Magdeburger Ärzten zum Thema „Immunologische Reaktionen und Abwehrreaktionen bei künstlichen Gelenken“.

Quelle: Universitätsklinikum Magdeburg

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