Kinderorthopädie – Warum?

09.12.2017

Frühkindliche Erkrankungen der Haltungs- und Bewegungsorgane können weitreichende Konsequenzen haben und das gesamte weitere Leben beeinflussen; es ist deshalb enorm wichtig, dass sie rechtzeitig erkannt und behandelt werden.
Aktion Orthofit „Zeigt her Eure Füße“ 2016 in der Berliner Conrad-Schule © BVOU

Berlin – Kullerbäuche sind niedlich, die schwankenden ersten Schritte ins Leben rühren uns zutiefst. Die typische Kleinkinder-Physiognomie beginnt zu verwachsen, wenn das Kind beginnt, sich im aufrechten Gang seine Welt zu erobern. Trotzdem sorgen sich Eltern oft um Hohlkreuz, vorgewölbten Bauch und eingeknickte Füße ihres Sprösslings.

Die Sorge ist nicht übertrieben: Obgleich solche Auffälligkeiten im Laufe der Entwicklung meist von selbst verschwinden, sollte das Kind regelmäßig untersucht werden. Nur ein Orthopäde vermag nämlich zu erkennen, ob und wann etwas unternommen werden muss: Ein starker Innendrehgang kann durchaus nur eine harmlose Angewohnheit sein; es kann aber auch eine krankhafte Drehvariante des Knochens im Bereich der Hüfte, der Knie oder der Unterschenkel dahinter stecken.

Im Falle einer Erkrankung ist die Zusammenarbeit von Orthopäden und Eltern enorm wichtig. Dem beratenden und informierenden Eltern-Arzt-Gespräch kommt dabei eine ganz besondere Rolle zu und nimmt einen großen Teil der orthopädischen Kinder-Sprechstunden ein. Schließlich unterliegt eine Therapie auf Grund des noch nicht abgeschlossenen Wachstums des Kindes ganz besonderen Umständen. Ein Therapieprogramm muss ganz individuell auf das Kind abgestimmt sein und kann deshalb nur zusammen mit den Eltern entworfen werden.

Prävention, also Vorbeugung, ist das Hauptanliegen der Orthopädie: Dieses Fachgebiet will Krankheiten nicht nur behandeln, sondern das Entstehen neuer Krankheiten von vornherein verhindern.

Was Eltern tun können

Vorsorgeuntersuchungen

Der Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU) empfiehlt Eltern ausdrücklich, die Vorsorgeuntersuchungen wahrzunehmen. Bei diesen so genannten U-Untersuchungen wird in festgelegten Zeitabständen der Entwicklungs- und Gesundheitszustand des Kindes beurteilt, um Krankheiten und Fehlentwicklungen zu erfassen und auf sie reagieren zu können.

Fragen Sie Ihren Orthopäden lieber einmal zu viel, wenn Ihnen an Ihrem Kind etwas auffällt. Das ist besser als eine zu spät begonnene Therapie.

Motivation zu gesunder Entwicklung

Unterstützen Sie die gesunde Entwicklung des Stütz- und Bewegungsapparates Ihres Kindes. Motivieren Sie beispielsweise im Sommer und zu Hause zum Barfußlaufen, achten Sie auf ausreichend dimensioniertes Schuhwerk und bei Schulkindern auf eine engemessene Belastung durch den Schulranzen.

Tipps und Empfehlungen für gesunde Kinderfüße

Viele Tipps finden Eltern auf der Webseite der Aktion „Zeigt her Eure Füße“ des BVOU. Unter www.aktion-orthofit.de geben unsere Experten viele Empfehlungen zur gesunden Fußentwicklung von Kindern.

Der BVOU engagiert sich mit der Aktion Orthofit bundesweit und das ganze Jahr über für eine gesunde Fußentwicklung und mehr Bewegung unserer Kinder. Wir besuchen in Schulen und Kindergärten, organisieren Wettbewerbe und organisieren gemeinsam mit der AOK Nordost die Bewegungstage mit Chrsitian. Immer dabei ist Christian Bahrmann, der bekannte Moderator aus dem Kinderfernsehen.

Autor: BVOU