Das künstliche Fingergelenk

11.07.2018

Der Einsatz künstlicher Gelenke gehört nahezu zum Standardrepertoire deutscher Kliniken. Immer bessere Implantatmaterialien steigern die Behandlungserfolge. Das gilt mittlerweile auch für künstliche Fingergelenke. Prothesen aus Titan und Kunststoff oder Silikon sollen Patienten von quälenden Schmerzen befreien und die Beweglichkeit der Hand wiederherstellen.
Rheumatoide Arthritis zählt zu den häufigsten rheumatischen Erkrankungen in Deutschland. © highwaystarz/Fotolia

Hände sind wie ein zweites Gesicht. Als Werkzeuge der Kreativität und des Gefühls sind sie eine Visitenkarte im Umgang mit der Welt. Verformungen, Schmerzen und Funktionseinbußen werden von vielen Menschen als schweres Schicksal erlebt und sind nicht selten Anlass für große seelische Not. Alltägliche Dinge, wie die Arbeit am Computer oder im Garten lassen sich schließlich nicht mehr ausführen.

Rheumatoide Arthritis eine der Hauptursachen

Chronische Erkrankungen können Hände verändern und in ihrem Verlauf die Bewegungs- und Funktionsfähigkeit dieser präzisen Greifwerkzeuge massiv beeinträchtigen. Dazu kommen starke Schmerzzustände, die den Patienten Probleme bereiten. Zu diesen Erkrankungen zählen Arthrose, der degenerative Gelenkverschleiß, und Rheuma (rheumatoide Arthritis).

Die Ursachen von „Rheuma“ sind nach wie vor nicht vollständig geklärt. Die rheumatoide Arthritis ist eine entzündliche Erkrankung der Gelenke. Man schätzt, dass in Deutschland rund 600.000 Menschen an dieser Erkrankung leiden. In Fachkreisen werden Störungen des Immunsystems („Autoimmunerkrankung“), Vireninfektionen oder auch eine erbliche Veranlagung als mögliche Ursachen diskutiert.

Die rheumatoide Arthritis kann schubweise auftreten. Typische Symptome sind starke Schmerzen, Schwellungen und eine Überwärmung der Gelenke. Die Beweglichkeit ist vor allem am Morgen stark eingeschränkt („Morgensteife“). Darüber hinaus kann die dauerhafte Entzündung der Gelenke zu bleibenden Schäden an Gelenkknorpel und Knochen führen. Die Gelenkstrukturen werden zerstört.

Fingergelenkprothese kann Funktion wiederherstellen

Mit einer medikamentösen Therapie kann der Erkrankungsverlauf gemildert bzw. gestoppt werden. Wenn die Funktionsstörungen der Hand jedoch weit fortgeschritten sind, empfiehlt sich ein operativer Eingriff. Neben gelenkerhaltenden Operationen besteht auch die Möglichkeit einer gelenkersetzenden Operation, um die Hände wieder funktionsfähig zu machen.

Die Experten haben in den vergangenen Jahren akribisch an Implantat-Lösungen für die Fingergelenke gearbeitet. Die so genannten Silikonplatzhalter liefern zufriedenstellende kosmetische Ergebnisse, sind allerdings bruchempfindlich und deshalb beispielsweise für Handwerker nicht zu empfehlen.

Fingergelenkprothesen können die anatomischen Verhältnisse der rheumatisch oder arthrotisch veränderten Hand wiederherstellen. Die Operation kann unter örtlicher Betäubung erfolgen. Der Arm wird abgebunden, damit die Ärzte eine bessere Sicht auf die zu operierende Hand haben. Zuerst wird die Gelenkkapsel geöffnet. Dann werden die zerstörten Teile des Fingergelenks entfernt. Anschließend werden die beiden Teile des Kunstgelenks mit ihrem Schaft in den Innenraum des Knochens gedrückt, in dem sie festwachsen sollen.

Mit dem neuen Fingergelenk wird es wieder möglich sein, den Finger in gewissem Umfang zu beugen und zu spreizen. Extreme Belastungen sollten jedoch auch nach vollständiger Heilung vermieden werden. Als Faustregel kann gelten: Das Fingergelenk kann mit etwa zwei bis fünf Kilogramm Gewicht belastet werden.

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