Das Hüftgelenk ist ein Kugelgelenk mit eingeschränkter Beweglichkeit, ein so genanntes Nussgelenk. Von allen Gelenken im Körper ermöglicht es nach der Schulter den zweitgrößten Bewegungsspielraum. In ihm treffen Becken und Oberschenkelknochen aufeinander. Dabei sitzt der Kopf des Oberschenkelknochens (Hüftkopf) in der Hüftpfanne des Beckens. Da die Hüftpfanne den Hüftkopf nicht vollständig umschließt, entsteht ein sehr großer Bewegungsspielraum, und zwar in sechs verschiedenen Richtungen: nämlich beim Beugen und Strecken, An- und Abspreizen, Innen- und Außendrehen des Beines. Eine Bewegung ist meist eine Kombination dieser verschiedenen Abläufe, etwa bei Aufstehen von einem Stuhl. Normalerweise geschieht jede Bewegung im Gelenk sowohl vom Oberschenkel als auch vom Becken aus. Die Bewegung des Beines ist dabei deutlicher wahrzunehmen.

Hüftkopf und Hüftpfanne sind von einer glatten Knorpelschicht überzogen. Der große Bewegungsradius des Gelenkes zieht nach sich, dass es stets unterschiedlich stark belastet wird. Entsprechend fallen die Knorpelschichten zwischen den Knochen jeweils dicker oder dünner aus. Das Gelenk selbst ist von einer Gelenkkapsel umgeben. Der Gelenkspalt zwischen den Knochen wird mit einer Art Gelenkschmiere, der Synovia, gleitfähig gehalten. Die Synovia, eine ölige Substanz, wird von der inneren Schicht der Gelenkkapsel ständig neu gebildet.

Knorpel und Gelenkschmiere funktionieren wie Stoßdämpfer und schützen den Knochen vor Abrieb. Die Gelenkkapsel selbst wird von kräftigen Bändern verstärkt. Damit und mit der umliegenden Muskulatur wird das Gelenk in korrekter Position gehalten.

Die Bewegung des Beines ist Ergebnis des Zusammenwirkens von Gelenk, Bändern und Muskeln. Die Muskulatur muss zum einen kräftig genug sein, die geplante Bewegung auszuführen. Andererseits muss die Muskulatur der Gegenrichtung in der Lage sein, langsam in der Spannung nachzulassen, um die gewünschte Bewegungsrichtung zuzulassen. Koordination ist das Schlüsselwort: Für die geplante Bewegung in eine Richtung ist es notwendig, die Muskulatur gerade in dem Maße anzuspannen, wie es eben nötig ist.